Fotografenrepräsentanz: Momentan wird in der People-Fotografie wieder auf Emotionen gesetzt

katinka-krieger-repräsentanzKatinka Krieger ist Inhaberin einer Fotografenagentur in Hamburg. Wir wollten wissen, für welche Fotografen sich ein Repräsentant lohnt.

Wie würden Sie das Profil von Katinka Krieger Repräsentanz beschreiben?

Katinka Krieger Kurz und bündig: Unsere Wurzeln kommen „familienbelastet” aus der Fotografie und sind seit nun mehr 10 Jahren unaufhörlich gewachsen. Mittlerweile vertreten wir 14 nationale und internationale Fotografen und bieten weitere Services rund um die Fotoproduktion an. Ganz wichtig ist uns der nahe Kontakt zu unseren Fotografen, besonders der Aufbau unserer jungen Talente, um gemeinsam weiter zu wachsen. Know-how, Qualität statt Quantität und Professionalität sind für uns selbstverständlich, aber Liebe und Leidenschaft sind sicherlich in heutiger Zeit auch das, was uns ausmacht.Für wen lohnt sich die Zusammenarbeit mit einem Repräsentanten, also einer Fotoagentur, die ihn vertritt? Stimmt es, dass mit einem Repräsentanten ein erfolgloser Fotograf erfolgreich wird?

Katinka Krieger Für den Fotografen sollte die Repräsentanz ein Zugewinn sein, da er sich voll und ganz auf seine eigentliche Kernkompetenz konzentrieren kann ohne lästige kaufmännische Arbeiten übernehmen zu müssen, die meist den kreativen Geistern verhasst ist. Viele Fotografen sind charakterlich auch nicht gerade gute Selbstdarsteller und dankbar, dass ihnen dieser Part abgenommen wird, sowie die Neukunden-Akquise. Für alle Fotografen, deren Auftragslage sehr hoch ist, ist die Agentur der Garant, dass die Jobabwicklung auch weiterhin reibungslos funktioniert und der Rücken der Fotografen frei gehalten wird, das sorgt für die nötige kreative Freiheit. Wir können „Roh-Diamanten” schleifen, soweit die Basis dafür vorhanden ist, aber keine Wunder vollbringen.

Was muss ein Fotograf mitbringen, wenn er von Katinka Krieger Repräsentanz vertreten werden will?

Katinka Krieger Talent, Qualität, Enthusiasmus, Professionalität, Persönlichkeit und eine herausragende, eigene Bildsprache!

Welche Foto-Kategorien sind derzeit gefragt?

Katinka Krieger Das ist schwierig zu beantworten, da diese Trends stark schwanken und international gesehen sehr unterschiedlich sind. Für Deutschland kann ich sagen, dass wir unserer derzeitigen wirtschaftlichen Situation unterliegen. Momentan wird in der People-Fotografie wieder auf „Emotionen” gesetzt und auf Authentizität. Mehr denn je heißt das Schlüsselwort in Deutschland „Sicherheiten”, das ist unserer Kultur und Mentalität wohl in die Wiege gelegt, gerade in solchen Zeiten. Da ist das Ausland schon wesentlich mutiger in ihrer Kreativität.

Wie bewirbt man sich bei Ihnen?

Katinka Krieger Hier ist der Kreativität der Fotografen keine Grenze gesetzt,
die meisten bewerben sich allerdings per Mail und Link auf ihre Website. Spricht die Bildsprache dann den Agenten an, kommt es zum persönlichen Kennenlernen und detaillierten Gesprächen. Darüber hinaus melden wir uns auch gern direkt bei Fotografen die wir für qualitativ hochwertig und passend für unsere Repräsentanz erachten. Denn ohne Eigeninitiative kommt man nicht zum gewünschten Ziel.

Wie lange sind die Fotografen im Schnitt bei Ihnen?

Katinka Krieger Wir streben immer eine lange Beziehung an – generell ist das wie die Suche nach dem perfekten Partner: Am Anfang ist meist alles rosarot, erst mit der Zeit beweist sich die Qualität der Beziehung und der Gleichklang der Wahrnehmung und Ansichten. Wir sind mit unserer Philosophie bisher gut gefahren und haben unsere Fotografen nach wie vor seit Jahren in der Repräsentanz. Das hat den großen Vorteil, dass wir sowohl die Person, als auch ihre Bedürfnisse sehr gut kennen. Erst dann wird die Zusammenarbeit bereichernd und macht wirklich Spaß.

Wie sehen die Konditionen bei Ihnen aus?

Katinka Krieger Oft scheuen Kunden den Weg über die Repräsentanz, da sie höhere Kosten damit verbunden sehen – allerdings ist dem ganz und gar nicht so, denn das monetäre findet nur zwischen Fotograf und Agent statt. Dies wiederum variiert von Repräsentanz zu Repräsentanz und ist Verhandlungssache. Wichtig ist die Tatsache, dass eine Repräsentanz für fotografische Qualität steht und professionelles Handling der Produktion… sicherlich gibt es auch hier Unterschiede.

Geben Sie unseren Lesern doch ein paar Tipps zum Thema Selbstmarketing.

Katinka Krieger Sich selbst gut zu verkaufen und hinter dem zu stehen, was die eigene Bildauffassung aussagt, ist unerlässlich. Dabei sollte man sich selbst treu bleiben und nie den Fokus verlieren für eine zeitgemäße und zukunftsweisende Fotografie. Der Beruf Fotograf sollte sicherlich nicht nur als solches verstanden werden, sondern als „Berufung”, denn ansonsten wird es, bei der Übersättigung dieses Marktes schwierig sein zu überleben.

Wie hält man sich stilistisch und visuell fit?

Katinka Krieger In dem man mit offenen Augen durch die Welt geht, seine kreativen Fantasien pflegt und die Bedürfnisse des Marktes sensibel filtert. Darin sehe ich auch die Aufgabe der Repräsentanz diese Impulse zu ergänzen und mit dem Fotograf auszutauschen.

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