Wir wollen der Standard bei der Abrechnung mit den Krankenkassen werden
Interview mit Thomas Gazda, Geschäftsführer des Deutschen Medizinrechenzentrums (DMRZ). Das DMRZ bietet sonstigen Leistungserbringer eine unschlagbar günstige Methode an, direkt per Internet mit den Krankenkassen abzurechnen.
Wie kamen Sie auf die Idee ein Abrechnungs-System für Leistungserbringer zu entwickeln, das als reine Internet-Applikation funktioniert?
Thomas Gazda Durch unsere vielfältigen Kundenprojekte, beispielsweise mit Air Products Medical und der Deutschen Rheumaliga, besitzen wir Erfahrungen in der schwierigen Materie der elektronischen Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen. Aus unserem Softwaremodul zur Abrechnung mit den gesetzlichen Kassen haben wir in den letzten Jahren die klassische Abrechnungssoftware GMSE Medinvoice für sonstige Leistungserbringer entwickelt. Diese Software beinhaltet eine Excel-Schnittstelle für den Upload von Rechnungen aus anderen Applikationen. Wir stellten fest, dass GMSE Medinvoice von den Kunden gerade wegen dieser Schnittstelle eingesetzt wurde. Der Schritt, diese Schnittstelle online zur Verfügung zu stellen, war dann die logische Konsequenz. Neben der Schnittstelle bieten wir inzwischen auch die direkte Erfassung von Rechnungen im Internet an.
Wo liegen die Vorteile Ihres Systems?
Thomas Gazda Gerade für kleinere Leistungserbringer lohnt sich die Anschaffung einer Software zur gesetzeskonformen Abrechnung mit den Kostenträgern im Hinblick auf den finanziellen und zeitlichen Aufwand nicht. Sie nehmen daher zähneknirschend die Kürzung der Rechnungen in Höhe von drei bis fünf Prozent durch die gesetzlichen Kassen in Kauf oder beauftragen ein teures Abrechnungszentrum. Hier wollen wir Abhilfe schaffen, indem wir ein wirklich preiswertes Instrument zur Verfügung stellen. Die Vorteile unseres Systems sind vielfältig: So verbindet unser Produkt die Vorteile einer Abrechnungssoftware und eines Abrechnungszentrums. Die Installation einer Software und der damit verbundene Pflegeaufwand auf den Rechnern des Leistungserbringers entfallen. Es reichen eine Internet Verbindung und eine aktuelle Version des Microsoft Internet Explorers. Ebenfalls überflüssig wird eine spezielle Verschlüsselungssoftware wie etwa “dakota.le”. Die Kosten für Softwarelizenzen, Wartungsgebühren, Zertifikatsgebühren o.ä. können sich unsere Kunden ebenfalls sparen.
Entspricht Ihre Lösung den gängigen Standards?
Thomas Gazda Aber natürlich. Die hohe Qualität der generierten Rechnungen stellen wir durch umfangreiche Plausibilitätsprüfungen sicher, die ständig den aktuellen Anforderungen der Kostenträger angepasst werden. Unsere Nutzer haben auch keinen Updateaufwand bei der vierteljährlichen Aktualisierung der Kostenträgerstammdaten, denn das wird zentral bei DMRZ durchgeführt. Daher entsprechen bei unserer Lösung die elektronischen Abrechnungsdaten stets den sich wandelnden gesetzlichen Anforderungen, ohne Updatekosten. Wir bieten so eine zentrale Annahmestelle für alle Abrechnungsdaten an gesetzliche Kostenträger, verursachen deutlich weniger Kosten als bei einem Abrechnungszentrum und es gibt weder Mindestvolumen, noch eine zeitliche Bindung an unser System.
Wenn Sie von sparen reden, wie viel kann ein durchschnittlicher Leistungserbringer im Jahr sparen?
Thomas Gazda Bei einem Umsatz mit den gesetzlichen Kostenträgern i.H.v. 200.000 Euro brutto p.a. entstehen Kosten in Höhe von 200.000 Euro * 0,5% = 1.000 Euro p.a.. Geht man von einem Prozentsatz von 1,5 bei einem Abrechnungszentrum aus, so entspricht dies einer Ersparnis von 2.000 Euro p.a., also 200% Ersparnis.
Warum bieten Sie die Leistung so günstig an?
Thomas Gazda Wir möchten möglichst viele Leistungserbringer erreichen, vom kleinen Podologen bis zum großen Home Care Unternehmen. Für jeden Leistungserbringer soll sich die Nutzung unserer Services lohnen. Dadurch, dass die Abrechnungssoftware auf unseren Servern installiert ist, entfallen Kundenupdates und diesbezüglicher Supportaufwand. Treten bei unseren Kunden Fragen zur Handhabung auf, können wir in der Software sofort zentral reagieren und gleichartige Fragestellungen für die Zukunft vermeiden. Gleichzeitig optimieren wir damit die Qualität der Software.
Welche Berufsgruppen können mit Ihrem System abrechnen?
Thomas Gazda Alle sogenannten “sonstigen Leistungserbringer”: Leistungserbringern von Hilfsmitteln (z.B. Sanitätshäuser) , Leistungserbringer von Heilmitteln (z.B. Physiotherapeuten, Logopäden, Podologen), Leistungserbringer von häuslicher Krankenpflege und Haushaltshilfe, Leistungserbringer von Krankentransportleistungen, Hebammen, Leistungserbringern von nichtärztlichen Dialysesachleistungen, Leistungserbringern von Betriebshilfe, Leistungserbringern von Rehabilitationssport und Funktionstraining.
Wird es bei der Abrechnungsmöglichkeit bleiben oder können wir in den nächsten Monaten und Jahren noch mehr vom DMRZ erwarten? Was ist Ihr langfristiges Ziel mit diesem System?
Thomas Gazda Wir bauen die Software sukzessive aus. So haben wir beispielsweise gerade die Online Erfassung von Rechnungen fertiggestellt, die z.B. von Sanitätshäusern und Leistungserbringern von Krankentransportleistungen genutzt werden kann. Der nächste Meilenstein ist die Online-Erfassung von Heilmittelverordnungen und diesbezüglicher automatischer Rechnungserstellung. Langfristig soll sich die Applikation zu einer Online-Branchensoftware für die einzelnen Berufsgruppen entwickeln. Also z.B. für Sanitätshäuser zusätzliche Module wie Patientenverwaltung, Lagerverwaltung, Geräteverwaltung, Inventur usw. Denkbar ist auch die Zusammenarbeit mit “herkömmlichen” Abrechnungszentren.
Wo möchten Sie in zehn Jahren stehen?
Thomas Gazda Wir möchten die Nummer eins im Bereich Online-Software für medizinische Leistungserbringer werden
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