Stockfotos für Bildagenturen

robert-kneschke Robert Kneschke ist professioneller Fotoproduzent und Blogbetreiber aus Köln. Kneschke fotografiert hauptsächlich für Bildagenturen und hat sich auf People-Fotografie spezialisiert. In seinem Blog gibt er Tipps zum Geld verdienen mit Bildagenturen. Wir wollten wissen, was es bei der Stockfotografie zu beachten gilt, damit der Rubel rollt.

Worauf kommt es bei der Wahl einer passenden Bildagentur an? Was sind die Auswahlkriterien?

Robert Kneschke Eine gute Bildagentur zeichnet sich vor allem durch viele Verkäufe, guten Service und ein Angebot aus, was zu den eigenen Bildern passt. Wer nur Tieraufnahmen macht, ist bei einer Agentur, die sich auf Prominente spezialisiert hat, nicht gut aufgehoben. Wichtig ist auch, dass die Anforderungen der Agentur genau durchgelesen werden, um zu sehen, ob die Qualität und Quantität geliefert werden kann. Eine verlangen Exklusivität, andere erlauben nur Fotos bestimmter Kameras, usw. Um herauszufinden, ob eine Bildagentur überhaupt Kunden hat, helfen Beiträge in Fotografieforen und Blogs. Auch in meinem Blog „Alltag eines Fotoproduzenten“ gebe ich immer wieder Tipps. Eine ausführliche Anleitung zum Finden der richtigen Bildagentur finden Sie hier.

Wieviel Fotos sollte man im Durchschnitt an eine Bildagentur liefern? Wie lassen sich Umsätze generieren?

Robert Kneschke Regelmäßige Verkäufe lassen sich erst ab einer dreistelligen Anzahl an Fotos erzielen. Wer ausschließlich von der Stockfotografie leben will, braucht schon mehrere tausend Fotos. Außerdem müssen die Motive gefragt sein: Landschaften, Blumen und Haustiere sind schon zu oft in den Agenturen, die es die beliebtesten Motive von Anfängern sind. Da sind die Verkaufschancen gering. Aber kreative Menschenaufnahmen oder gut inszenierte Lifestyle-Fotos sind immer gefragt. Es ist aber wichtig, dass bei Aufnahmen von Menschen schriftliche Verträge mit den Models gemacht werden. Zusätzlich muss jedes einzelne Foto korrekt beschriftet werden, damit es – wie bei Google – auch gefunden wird. Das ist für mich der nervigste Teil meiner Arbeit. Wer von der Stockfotografie leben will, sollte sich angewöhnen, regelmäßig neue Fotos zu machen. Bei mir sind es beispielsweise mehrere hundert pro Monat. Mittlerweile habe ich fast 6000 digitale Fotos im Archiv.

Was verdient man pro Bild? Welche Alternativen gibt es zu Bildagenturen?

Robert Kneschke Das kommt auf die Agentur an. Bei billigen Microstock-Agenturen verdient der Fotograf im Durchschnitt ca. 90 Cent pro Verkauf, verkauft aber schnell und viel, bei den Macrostock-Agenturen verdient ein Fotograf im Durchschnitt 20-40 Euro pro Verkauf, aber es gibt weniger Verkäufe und die Aufnahmehürden der Agenturen sind in der Regel höher.

Als Alternative bietet sich der Verkauf über Kunstmärkte, Flohmärkte, Postershops im Internet etc. an. Auch durch meine Bilder bei Flickr sind schon Kunden auf mich aufmerksam geworden. Der Vorteil einer guten Agentur ist aber, dass sie mehr Kunden erreichen als es der Fotograf alleine könnte. Da sich der Stockfotografie-Markt schnell wandelt, heißt es, immer auf dem Laufenden zu bleiben, um neue Trends zu erkennen.

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