Dr. Markus Selders zum Webseitencheck
Wer geschäftlich erfolgreich sein will, benötigt heute einen professionellen Internet-Auftritt. Dr. Markus Selders, Geschäftsführer B&U Beraten und Umsetzen GmbH. Wir wollten von dem Fachmann wissen, welche Aspekte beim Webseiten-Check besonders wichtig sind und worauf es dabei wirklich ankommt.
Was sollte eine optimale Homepage unbedingt enthalten, damit Sie bei Google gefunden werden kann und der Code so sauber wie möglich ist?
Dr. Markus Selders Text. Der Text mit den relevanten Suchworten ist für Google von großer Bedeutung. „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.“ – Leider gilt dieses Sprichwort nicht für Suchmaschinen. Sie können keine Bilder erkennen. Dennoch ist die Verwendung von Bildern sinnvoll und notwendig, um beim Besucher Emotionen zu erzeugen. Zu jedem Bild gehört dabei aber eine aussagekräftige Beschreibung in das Alt-Attribut. Damit meine ich nicht so etwas wie „Key Visual“ oder „Logo“ sondern etwas, das den Inhalt und die Aussage des einzelnen Bilds kurz und treffend beschreibt. Im vernünftigen Rahmen dürfen dabei natürlich auch thematisch passende Keywords verwendet werden.
Wie sieht es mit der Verwendung von Überschriften aus?
Dr. Markus Selders Die semantisch richtige Verwendung von h1, h2, h3 und p- Elementen ist wichtig. Hier gilt es die für den Lesefluss wichtige Gliederung des Texts auch mit den entsprechenden Elementen umzusetzen. Und die wichtigsten Keywords für die Google-Suche in diesen Elementen unterzubringen. Für das Ranking und vor allem für die Präsentation in den Suchergebnislisten sind die richtigen Title- und Description-Tags von großer Bedeutung. Diese müssen für jede Einzelseite der Website individuell vergeben werden.
Und die Navigation?
Dr. Markus Selders Die Navigation spielt ebenfalls eine große Rolle. Sie sollte eine sinnvolle Struktur haben und auch ohne Java-Script funktionieren. Ebenfalls von Bedeutung ist ein schlanker, syntaktisch und semantisch richtiger Code, damit man es dem Google-Bot nicht unnötig schwer macht, die Inhalte zu indizieren. Dazu zählt auch, dass man nicht versehentlich einzelne Seite oder Verzeichnis per „noindex“-Anweisung im Head-Bereich oder per robots.txt von der Indizierung ausnimmt.
Wie erreicht man das? Gibt es Tools, die dabei helfen?
Dr. Markus Selders Mein erster Tipp: Machen Sie sich zuerst Gedanken über den Inhalt und die Struktur des Internet-Projekts und beginnen Sie erst danach mit der Gestaltung und Umsetzung. Obwohl das banal klingt, sieht die Praxis oft immer noch anders aus. Die Gliederung des gesamten Projekts und auch der Texte für die Einzelseiten fällt mit klaren Zielen erheblich leichter.
Haben Sie auch einen zweiten Tipp?
Dr. Markus Selders Klar. Schauen Sie sich Ihre Seite einmal ohne Stylesheets, Bilder und mit abgeschaltetem Java-Script an. So in etwa sieht Google Ihre Seite. Eine gut aufgebaute Seite ist nun wahrscheinlich nicht mehr schön, die relevanten Inhalte, der semantische Aufbau und Kernaussagen sind aber problemlos zu erkennen. Als Tool hilft dabei z.B. die Web Developer Toolbar für den Firefox. Alternativ bietet Google selbst seit kurzem in den Webmaster-Tools eine ähnliche Funktion.
Wie bekommt man den optimalen Code?
Dr. Markus Selders Um syntaktisch richtigen Code zu erzeugen gibt es mehrere Hilfsmittel. Zum einen gibt es Frameworks wie YAML, die beim Aufbau der Grobstruktur helfen und zum anderen helfen Code-Editoren bei der Strukturierung des Codes. Um das Ergebnis zu überprüfen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Editoren wie Dreamweaver bieten schon eine Überprüfungsfunktion. Das Add-On Firebug für den Firefox hilft, den Überblick in der XML-Struktur zu behalten und auch den Code zu prüfen, der von CMS- oder Blog-Systemen ausgegeben wird. Und schließlich bietet das W3C die Möglichkeit, mit Hilfe der URL die Seite auf Standardkonformität zu prüfen und Fehler aufzudecken.
Was sollte man auf keinen Fall tun? In Punkto Code und Marketing?
Dr. Markus Selders Versuchen Sie niemals zu tricksen! Wenn Sie Ihre Keywords z.B. mit „weißer Schrift auf weißem Grund“ vor dem Besucher verstecken, wird Google das über kurz oder lang merken. Dann kann Ihre Internet-Präsenz komplett aus dem Index geworfen werden. Das Verfahren zur Wiederaufnahme ist mühselig und bereitet nur unnötigen Ärger. Vorsichtig wäre ich auch bei den Ergebnissen reiner WYSIWYG-Editoren. Meist müssen diese noch überarbeitet werden. Wenn man von HTML und XML gar keine Ahnung hat, sollte man hier lieber den Profi ranlassen oder sich intensiv einarbeiten. Entwickeln Sie Ihre Seite nicht nur für Google. Die Formel für den Erfolg lautet vereinfacht: Besucherzahl x Konversationsrate = Erfolg. Wenn einer der beiden Faktoren Null ist, ist Ihre Website ein Flop. Mit einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Suchmaschinen-Optimierung und Besucherorientierung erzielen Sie den größten Erfolg.
Die beste Seite die Sie kennen ist…. Warum?
Dr. Markus Selders Die eine beste Seite gibt es nicht. Warum? Weil eine gute Website immer ein Ziel hat und auf die Zielgruppe zugeschnitten ist. Das fängt beim Inhalt an, geht weiter über die Gestaltung und endet bei der Suchmaschinen-Optimierung. Inhaltlich und gestalterisch werden sich die Internet-Präsenzen eines Billig-Versenders und eines Herstellers von Luxusautos sicher deutlich unterscheiden. Dass die Luxus-Auto-Seite wesentlich aufwendiger gestylt ist, wird sicherlich nicht nur am höheren Budget liegen. Billigartikel in einem solchen Design verkaufen zu wollen, wäre nicht glaubwürdig. Ähnliches gilt für die Suchmaschinen-Optimierung. Wenn das Ziel in der Neukundegewinnung liegt, ist sie sicherlich von großer Bedeutung. Wenn es um die Bindung von bestehenden Kunden geht, die auf anderem Weg angesprochen werden, ist sie eher von untergeordnetem Interesse.
Kurz gesagt: Eine Seite ist für mich dann gut, wenn sie wirtschaftlichen Erfolg bringt. Viele hoch gehypte Websites erwirtschaften nach wie vor große Verluste und bei den meisten ist auch noch nicht absehbar, wie diese wieder hereingeholt werden sollen. Die beste Seite ist für mich also die, die den Betreibern den größten Erfolg beschert.
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