Daniel Trost zur dmexco
Daniel Trost, Head of Sales Mindlab Solutions GmbH
Was waren für Sie die Highlights der Messe?
Daniel Trost Ein definitives Highlight der Messe war die hohe Besucherfrequenz auf unserem Messestand und die doch sehr gut vorinformierten Interessenten sowie die überwiegende Fragestellung in Richtung Targetinglösung. Dies zeigt, dass es inzwischen einige Unternehmen gibt, die ihre „Hausaufgaben“ im Bereich Webanalyse und Onlinemarketing gemacht haben und sich neuen Themen zur Umsatzsteigerung widmen. Durch die vielen, direkt aufeinander folgenden Gespräche auf dem Messestand war für mich persönlich am Abend ein weiteres Highlight das Catering unseres Partners Stream5 und damit die erste Mahlzeit an den Messetagen.
Welche Unterschiede gab es zur OMD. Empfanden Sie die Messe in Köln anders, als die OMD in Düsseldorf?
Daniel Trost Die dmexco ist mit dem Ziel angetreten, internationaler zu sein als die OMD. Unserer Meinung nach hat die Messe dies auch erreicht. Allein 25 Prozent unseres Publikums waren Interessierte aus dem Ausland. Außerdem war die Grundstimmung auf der dmexco neu und dynamischer, was mit Sicherheit aber auch damit zu tun hat, dass mit der neuen Messe auch quasi ein Neuanfang gestartet wurde – jetzt legen wir richtig los und die Krise bleibt vor der Tür.
Von welchen Innovationen und Trends profitieren schon bald Online-Shop-Betreiber, Advertiser und Publisher?
Daniel Trost Alle drei werden in Zukunft davon profitieren, Kunden bzw. Besucher noch genauer zu erkennen und zielgerichteter ansprechen zu können, entsprechend ist auch hier das Thema Targeting wieder zu benennen. Shop-Betreiber sind gezwungen sich neue Stellschrauben zur Erhöhung der Kaufquoten zu suchen. Publisher sind gezwungen deren Netzwerke und Reichweite weiter zu monetarisieren und damit deren Advertiser erfolgreicher zu machen. Alle drei profitieren also massiv von automatisierten, übergreifenden Targetingansätzen und –technologien. Der Markt wird sich weiter ändern in eine quasi „selbstlaufende Vermarktungs- und Verkaufsmaschinerie“ mit Brokern, die an den Stellschrauben (z.B. Targetingsystemen) „feintunen“. Die unterschiedlichen Arten des Targetings eignen sich hervorragend diese Anforderungen und Erwartungen zu erfüllen.
Wie können Werbetreibende die neuen Techniken konkret in der Praxis nutzen?
Daniel Trost Es gibt zwei Möglichkeiten, eine Customer Targeting Software für sich nutzbar zu machen:
- Das Unternehmen wählt für sich die passende Targeting-Lösung aus und implementiert diese im Mikrokosmos Webshop oder aber im eigenen kontrollierten Shopnetzwerk. Dazu beauftragt man ein Technologieunternehmen mit Einführung der Lösung und (ganz wichtig) Beratung zum Onsite-Targeting und den möglichen Anwendungsfällen. Der Werbetreibende ist hierbei gleichzeitig der Shopbetreiber, der durch Targeting seiner Kundschaft mehr Produkte verkaufen will.
- Auch die Möglichkeit über Vermarkternetzwerke mit vernünftigen Targeting-Technologien den Produktverkauf zu fokussieren ist eine Möglichkeit. Dem Werbetreibenden muss bewusst sein, dass dieser Mechanismus des Targetings aber auf einem großen Netzwerk von Seiten angewendet wird, über das keine direkte Kontrolle ausgeübt werden kann. Prädestiniert für ein Targeting „onSite“, also auf der eigenen Shopseite sind Unternehmen, die mit dem eigenen bereits vorhandenen Traffic Warenkorbgröße und Abschlussquoten erhöhen wollen. Oft fehlt genau diese „menschliche Intelligenz“, Käufer und deren Interessen zu erkennen und ergänzende oder besser passende Produkte oder aber auch durchaus einfach nur Hilfestellungen während des Shoppingerlebnisses zu präsentieren. Ein Targeting über große Netzwerke ist dann interessant, wenn spezielle Produkte oder Dienstleistungen an eine vorab bekannte und definierte Zielgruppe platziert werden sollen. Die Zielsetzung ist hierbei Verkauf durch Nutzung von externen Reichweiten.
Ausblick auf 2010: was werden die Highlights/Trends im nächsten Jahr?
Daniel Trost Für das Jahr 2010 sehen wir diese großen Trends: Targeting wird weiter an Bedeutung gewinnen. Konsolidierung der oft inhomogenen Datenwelten, Mobile Tracking und Datensicherheit. In den letzen Jahren ging es immer wieder darum, wie und wie viel Daten ein Unternehmen sammelt. In Zukunft muss es daher in erster Linie um die Konsolidierung der gesammelten Daten aus den verschiedenen Datenwelten gehen – das heißt, wie kann ich die Daten der verschiedenen Systeme zusammenführen und sie vernünftig auswerten, dass ich daraus Mehrwerte, sprich Profit, generiere. Der zweite große Trend wird das Mobile Tracking sein. Zwar schwimmt das Thema Mobile bereits seit einigen Jahren immer mal wieder mit, durch die neuen Preisstrukturen, geht es jetzt aber richtig los. Für die Konsumenten wird es immer attraktiver auch mobil online zu gehen. Daher werden viele Firmen in den nächsten Jahren in Mobile Tracking investieren. Das dritte große Thema wird der Datenschutz sein. Momentan ist es noch so, dass eigentlich jeder weiß, dass über ihn Daten gesammelt werden, bekommt davon aber nur peripher etwas mit. Durch die Konsolidierung der gesammelten Daten wird sich das ändern. Dann wird aus heterogen gesammelten und analysierten Daten ein Gesamtbild des Nutzers möglich sein. Dies kann unangenehme Folgen für Endkunden wie auch Unternehmen mit sich bringen. Eine Abwehrhaltung des Konsumenten ist dabei vorprogrammiert. In einer Studie der Universität von Pennsylvania und der Berkeley Universität von Kalifornien kommt dies besonders gut zum Ausdruck. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten wünschen sich demnach immer mehr Nutzer Datenschutzrichtlinien, die mit den Deutschen vergleichbar sind.
Werden Sie wieder auf der dmexco sein? Wo werden Ihre Schwerpunkte im nächsten Jahr liegen?
Daniel Trost So wie es jetzt aussieht, werden wir im nächsten Jahr wieder auf der dmexco vertreten sein. Der Erfolg in diesem Jahr sprach für sich. Bereits in diesem Jahr haben wir mit dem netmind BI Feeder unseren Schwerpunkt auf die Konsolidierung der online und offline Datenwelt, insbesondere auch für KMUs, gelegt. Das wird auch im nächsten Jahr nochmals im Fokus stehen, kombiniert mit einem smarten Ansatz, das Gesamtbild über den Endkunden durch alle Arten von Webnutzungsdaten zu vervollständigen. Außerdem werden wir unsere einzigartige Mobile Tracking–Technologie weiter ausbauen und im Bereich Social Media Analyse neues zeigen. Das Thema Datensicherheit insbesondere im Zusammenhang mit unserem Targeting wird durch Zertifikate und Transparenz in der Technik ebenfalls wieder Bestandteil unsere „Open-Book-Strategie“ gegenüber allen Interessierten und natürlich unseren Kunden.
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