Manuel Kester zu Affiliate Marketing
Manuel Kester, Geschäftsführer belboon-adbutler GmbH
Welche Bedeutung hat Affiliate-Marketing heute im gesamten Marketing-Mix?
Manuel Kester Affiliate-Marketing ist aus dem heutigen Online-Marketing-Mix nicht mehr weg zu denken. Anders als bei klassischen Online-Media-Buchungen erreichen Unternehmungen durch ihr Angebot eines Partnerprogramms nahezu jeden Webseitenbetreiber (Publisher). Über die werbliche Präsenz ihrer Werbemittel und Firmennamen auf einer Vielzahl von Webseiten und Newslettern erreichen Unternehmen durch das Affiliate-Marketing einen signifikanten Grad an Omnipräsenz, der positiven Einfluss auf alle übrigen Online-Marketing-Maßnahmen nimmt. Für einige Branchen ist es sogar elementar, im Affiliate Marketing vertreten zu sein, möchten die Unternehmen online Abverkäufe fördern. Andernfalls werden diese bspw. auf wichtigen Vergleichs- und Themenseiten mangels Verdienstmodell für den Publisher gar nicht vertreten sein. Dies wäre ein klarer Nachteil gegenüber den Mitbewerbern.
Welche Chance bietet sich kleinen Unternehmen durch diese Form des Marketings?
Manuel Kester Für kleine Unternehmen stellt das Affiliate Marketing häufig den Einstieg in den Themenkreis Online-Marketing dar. Dies liegt an dem, dem Affiliate-Marketing innewohnenden Vergütungsmodell auf Performance-Basis. Konkret bedeutet dies klare Kalkulierbarkeit ohne Streuverluste. Bezahlt beispielsweise ein Online-Shop für jeden, über Affiliate Marketing vermittelten Kauf eine Provision, so ist der Umsatz und damit der Ertrag aus dem die Provision bestritten wird, garantiert. Die Kosten für das Marketing können daher überhaupt nicht die vorhandenen Budgets übersteigen, ganz im Gegenteil: Je mehr ein Werbungtreibender über den Kanal Affiliate Marketing an Provisionskosten ausgibt, umso mehr Umsatz tätigt er auch! Zudem können auch kleine Unternehmen über den Kanal Affiliate Marketing in das Suchmaschinenmarketing (SEM) einsteigen. Bei entsprechender Freigabe von SEM-Aktivitäten für die Werbepartner (Publisher) können diese sehr effektiv SEM-Umsätze für das Unternehmen erwirtschaften. Als positiver Nebeneffekt ergibt sich für das Unternehmen die Auslagerung des Kostenrisikos auf die Publisher.
Wie wird sich Affiliate-Marketing in Zukunft entwickeln? Gibt es klare Trends?
Manuel Kester Grundsätzlich ist ein Trend der Professionalisierung der Publisher zu beobachten. Waren die großen Publisher vor einigen Jahren noch vornehmlich Privatpersonen oder Einzelunternehmen, so sind es heute sehr viel mehr größere Unternehmen mit einigen Mitarbeitern. Dass einige der Publisher heute sogar Fernsehwerbung zur Bewerbung Ihre Online-Dienste schalten, ist nicht mehr ungewöhnlich.
Darüber hinaus unterliegt das Affiliate Marketing analog zum gesamten Medium Internet einem stetigen, durch Trends geprägten Wandel. Von daher ist die Zukunft schwer vorauszusehen. Derzeit liegen Themen wie Gutscheincodes, Twitter & Co., Postview-Advertising und zunehmend alles rund um das mobile Internet im Trend.
Kann man als Publisher Geld damit verdienen? Wie?
Manuel Kester Ja, selbstverständlich. Legt man von die aktuellen Prognose des Online-Vermarkter-Kreis im Bundesverband der Digitalen Wirtschaft e.V. für 2009 für den Umsatz der Affiliate-Netzwerke in Deutschland zu Grunde, machen Publisher in Deutschland 3-stellige Millionenumsätze. Die Varianten und Methoden, die hierbei von den einzelnen Publisher eingesetzt werden sind vielfältig. Sie reichen von reinen SEM-Aktivitäten über themenspezifische Web- und Vergleichsseiten bis in zu Gutscheinseiten und Vollsortiments-Preisvergleichen.
Bitte geben Sie unseren Lesern eine Einführung, wie sie am besten als Publisher mit Affiliate Marketing beginnen?
Manuel Kester Grundsätzlich fällt sicher die Arbeit über ein Affiliate-Netzwerk wie z.B. belboon.de am leichtesten, da hier Zugriff auf eine Vielzahl von Partnerprogrammen (bei belboon knapp 1.300) und Dokumentationen besteht und zudem die gesamte Abrechnung über eine zentrale Stelle läuft. Doch ganz am Anfang steht die Idee und ein Konzept. Viele empfehlen für den Start eine Nischenstrategie, d.h. man suche sich zuerst eine Marktnische, die noch relativ dünn besetzt ist und erstelle hierzu eine sehr gute Webseite mit hohem Themen- und Informationsgehalt. Gilt es ein, für möglichst viele (am Besten theoretisch alle) Menschen nützliches Online-Angebot zu schaffen und dieses durch die verschiedenen Methoden bekannt zu machen, dann ist der erste Schritt getan.
Ansonsten gilt, einfach verschieden Methoden und Wege ausprobieren und dazu lernen. Denn gut wird, wer die Methode findet, die für ihn/sie am Besten funktioniert.
Was gibt es dabei insbesondere zu beachten, wenn man erfolgreich sein will?
Manuel Kester Alle Partnerprogramm-Betreiber und Netzwerke geben klare Regeln für die Bewerbung der Advertiser vor. An diese sollte man sich unbedingt halten. Ansonsten gilt: Dazu lernen und niemals aufgeben! Über Nacht ist bisher noch kaum jemand reich geworden.
Wie hoch sind die Verdienstaussichten, was muss man dafür investieren?
Manuel Kester Was die Verdienstaussichten angeht, ist dies höchst unterschiedlich und hängt vom jeweiligen Publisher-Modell und den Publisher-Mitbewerbern ab. Gleiches gilt für die Investitionen. Die einzige Investition die sicher ist, um Erfolg zu haben ist die der eigenen Zeit.
Ist es besser über ein Partnerprogramm zu gehen oder direkt die Advertiser anzusprechen? Wo liegen die Vor- und Nachteile?
Manuel Kester Es ist grundsätzlich besser, über ein Affiliate-Netzwerk zu arbeiten. Hier findet man an zentraler Stelle alle Leistungen die man benötigt. Darüber hinaus hat man zwischen sich und dem Advertiser noch das Netzwerk, dass als neutraler Dritter alle Aktivitäten auf Korrektheit und Zuverlässigkeit überwacht. Gerade als Publisher sollte man die Infrastruktur und Überwachungstätigkeiten der Netzwerke nicht verachten. Ohne Netzwerk muss man sich um alles selbst kümmern – zu Lasten der eigenen Zeit.
Woran erkenne ich einen Advertiser, mit dem ich als Publisher richtig Umsatz machen kann?
Manuel Kester Wenn sein Angebot auch den Publisher anspricht. Bietet ein Shop beispielsweise nur PayPal-Zahlungsmöglichkeit an und der Publisher würde daher dort deswegen selbst nicht bestellen, kann er davon ausgehen, dass andere Konsumenten dies auch nicht tun werden – ergo wird er keine oder nur wenig Provisionen verdienen. Umgekehrt kann es also sehr erfolgreich werden.
In welchen Branchen sollte ich beginnen, damit die Provisionen hoch ausfallen und zahlreich sind?
Manuel Kester Grundsätzlich in der Branche, die dem Publisher thematisch liegt, idealerweise wo er sich sogar auskennt. Die Provisionshöhe per se ist kein guter Ratgeber, da in den Branchen, in denen hohe Einzelprovisionen gezahlt werden –etwa im Finanz- oder DSL-Bereich- der Wettbewerb unter den Publisher erfahrungsgemäß ebenfalls besonders hoch ist. Am Ende zählt nicht die reine Höhe der Einzelprovision, sondern diese multipliziert mit der Anzahl der Provisionsfälle.
Welcher Publisher betreibt Ihrer Meinung nach ein besonders gutes Affiliate-Marketing?
Manuel Kester Jeder, der sich bemüht. Sehr gute Publisher sind Vergleichsseiten jeder Art und Gutschein-Code-Seiten.
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