Thomas Rehder: 4 Tipps für perfekte Online-Videos

Werbevideos gelten bei vielen als Wunderwaffe im Onlinemarketing. Richtig eingesetzt, erhöhen und verbessern sie die Sichtbarkeit bei Google, verlängern Verweilzeiten auf Websites und Bannern, aktivieren Besucher und verbessern Conversions. Doch was kann man für den Erfolg seines Werbevideos tun? Für unsere Leser hat Thomas Rehder, Geschäftsführer der sightseekerMEDIEN GmbH, die besten Tipps zusammengefasst, wie perfekte Produktvideos aussehen sollten.

1. Vernetzen Sie Ihr Video mit Marketing und Vertrieb

Machen Sie sich klar: Ihr Video ist ein Werkzeug. Sie wollen damit an Sichtbarkeit gewinnen, Interessenten zu Kunden und Kunden zu loyalen Stammkunden machen. Bringen Sie die Funktion Ihres Videos in der Ansprache Ihrer Interessenten klar auf den Punkt. Fragen Sie sich, wo und wie innerhalb Ihres Marketing- und Vertriebsprozesses das Video funktionieren soll – und zwar so, dass es am Ende deutlich mehr einspielt, als es kostet.

Die Funktion bestimmt Länge und Charakter Ihres Clips. Ein Video für Webverzeichnisse oder als Signatur für Ihre Emails muss Vertrauen und Kompetenz vermitteln, schnell auf den Punkt kommen und zwischen 30 und 60 Sekunden lang sein. Ein Video, mit dem Sie die Vorteile Ihres neuen Spezialwerkzeugs oder Softwarereleases erklären und mit dem Sie auf Homepage oder im Onlineshop vorinformierte Nutzer ansprechen, kann sachorientiert und durchaus länger sein, weil der Interessent damit ein berufliches Problem lösen und von sich aus tiefer einsteigen will.

Prüfen Sie, wo Sie Ihr Video später kostenfrei platzieren und in Ihre Marketingaktivitäten integrieren können:

  • auf Ihrer Homepage, in Emails und Newslettern
  • auf Websites von Partnern
  • auf Videoportalen, in Suchmaschinen
  • in Fachportalen und Blogs
  • bei Vorträgen/Präsentationen, auf Messen/Veranstaltungen
  • am Point-of-Sale/im Schaufenster/im Wartebereich

Neben solchen Online-Werbemöglichkeiten gibt es einige – zumeist kostenpflichtige – unabhängig vom Internet, z.B. auf CDs, DVDs, Videopostkarten, in Digital Signage, Kino und TV. Ziehen Sie diese Nutzungen bereits vor der Produktion des Videos in Betracht, da sie oft Auswirkungen auf die erforderliche Produktionstechnik haben.

2. Bieten Sie Service mit Ihrem Video

Sie kennen Ihre Kunden und potentielle Interessenten am besten. Welche Informationen und Emotionen führen zu einer Kontaktaufnahme? Was löst eine Produktbestellung aus? Welchen Vorbehalten sollten Sie begegnen, um Kaufhemmungen abzubauen?

Die wenigsten Zuschauer brauchen unkonkrete, mehr oder weniger humorige Spielszenen, allgemeines Verkaufsblabla oder oberflächliche Versprechungen. Nehmen Sie Ihre Kunden und Interessenten in ihren wahren Bedürfnissen ernst!

Ihre Kunden wollen z.B.:

  • Sicherheit: Qualifikationen, Stimmen/Erfahrungen zufriedener Kunden
  • Know-how: entweder durch Expertenrat (was tun wenn…) oder konkret aufgezeigte Problemlösungen (ein Bewässerungssystem für Blumenkästen funktioniert wirklich so einfach?)
  • neue Erkenntnisse: was kann das neue Produkt, die neue Produktversion?
  • Anregungen: Was sind Trends in Ihrer Branche? Wohin geht die Reise bei…? Was nützt mir …?
  • Saisonale Bezüge: Was tun bei Frühlingsanfang, Ferienbeginn, Valentinstag?

Verabschieden Sie sich von der Idee, ein Video, das die Bedürfnisse Ihrer Kunden erfüllt, müsse so aussehen wie ein Werbespot für Kaffepads. Ganz im Gegenteil! Der TV-Spot soll Zuschauer davon abhalten, zur Toilette zu gehen – deshalb muss George Clooney ran. Aber ein Online Video ist eingebettet in Suchanfragen und reagiert auf ein zumindest latentes Kundeninteresse. Ihre Kunden…

  • suchen Erklärungen, z.B. welche Vorteile Kaffepads haben (Frische, Aromensicherung, einfache, saubere Zubereitung),
  • erwarten Bestätigung (Mehrkosten pro Tasse sind gerechtfertigt)
  • brauchen Impulse – warum sollten sie die Pads bei Ihnen kaufen, warum jetzt? (große Auswahl, Services wie Geld-zurück-Garantie, Aktionsangebote etc.)

Halten Sie sich vor Augen: Bei Online Videos treten Sie und Ihr Video in der Regel erst auf den Plan, wenn der Kunde durch Surfen und Suchen ein Interesse, ein Bedürfnis ausgedrückt hat. Je besser Ihr Video eine Antwort auf dieses Bedürfnis gibt (also je höher der faktische Servicegehalt des Videos ist) desto besser wird es funktionieren. Für Ihren potentiellen Kunden – und für Sie. Auch ganz ohne George Clooney.

3. Besetzen Sie Themen

Wer ein Problem hat, ist an seiner Lösung interessiert. Trotzdem nutzen sehr wenige Unternehmen die Chance, ihr Know-how und ihr Expertenwissen in Videos vorzustellen – die meisten reden lieber über sich und die Geschäftsgründung vom seligen Onkel Gustav.

Es gibt ca. 80.000 Steuerberater in Deutschland. Durchschnittlich rund 20.000mal wird bei Google pro Monat nach „Betriebsprüfung“ gesucht. Doch nicht eine Fundstelle bei Google bringt ein Video eines Steuerberaters konkret zum Thema Betriebsprüfung (wann kann sie angeordnet werden, wie bereite ich mich darauf vor, wie muss ich mitwirken, brauche ich dabei einen Steuerberater?). Dabei sollte man doch annehmen, dass viele, die nach „Betriebsprüfung“ googeln, ein praktisches Problem oder Bedürfnis haben. Nicht einer von 80.000 Steuerberatern macht den 20.000 potentiellen Hilfsbedürftigen ein praktisch nutzbares Videoangebot – dabei könnte es Kunden in seine Kanzlei führen.

Machen Sie eine Liste von Themen, die in Ihrem unternehmerischen Umfeld wichtig sind. Überlegen Sie, ob Sie zu diesen Themen in ein bis zwei Minuten kompetente Tipps oder den überzeugenden Rat eines Experten geben können. Wenn ja – besetzen Sie diese Themen mit einem Video. Sie können sicher sein, dass es viel häufiger geklickt wird, als ein allgemeines Video über Sie, Ihre Dienstleistungen oder Ihr Unternehmen.

Sie sind sich nicht ganz sicher, ob Sie wirklich etwas Kompetentes beisteuern können? Bedenken Sie: die meisten Laien wissen von „Ihrem“ Thema viel weniger als Sie und sind dankbar über eine Einführung. Vielleicht haben Sie einen Mitarbeiter, der sein Hobby zum Beruf gemacht hat. Heben Sie solche Know-how-Reserven! Sie können sicher sein: Was er zum Thema beiträgt, hat Hand und Fuß – und strahlt im Internet weit aus. Auch bei Google: Themenvideos haben eine hervorragende Chance, auf Suchergebnisseiten prominent angezeigt zu werden.

4. Werden Sie gefunden

Mindesten ebenso wichtig wie die Produktion eines überzeugenden Videos ist, dass es im „Heuhaufen“ Internet gefunden werden kann. Die Chance für Ihr Video: Schon über 75% aller Suchanfragen werden mit „universellen“ Suchergebnissen beantwortet, dabei wird Video mit über 40% so oft angezeigt wie kein anderes Medium.

So optimieren Sie die Findbarkeit Ihres Videos bei Google:

  • Stimmen Sie Dateinamen, Titel und Schlagworte Ihrer Onlinevideos aufeinander und auf Ihre wichtigsten Suchworte ab
  • Integrieren Sie Videos auf Ihrer gesamten Website, vor allem auf allen Eingangsseiten (product landing und entry pages)
  • Umgeben Sie die Videos mit relevanten Textinhalten, die Suchmaschinen helfen, den Videoinhalt zuzuordnen
  • Verbreiten Sie Ihr(e) Video(s) auf Videoplattformen – YouTube ist die zweitwichtigste Suchmaschine nach Google!
  • Stellen Sie Vertriebs- und Geschäftspartnern Ihr Video zur Verfügung, so präsentieren diese Ihre Produkte und Services

Es empfiehlt sich, die Verbreitung des Videos in Kooperation mit erfahrenen Dienstleistern durchzuführen – in manchen Fällen kann dies der Videopartner sein, in anderen ist es die SEO-Agentur.

Daneben gibt es viele Möglichkeiten, Ihr Video bezahlt als Banner oder Eintrag bei Portalen und Verzeichnissen (z.B. GelbeSeiten, Wer-liefert-was?) zu verbreiten. Als „Sponsored Video“ oder Multimediabanner kann es über Google-Adwords geschaltet werden – bezahlt wird nur der Klick. Diese Klicks sind oft sehr viel günstiger als Klicks auf Textanzeigen, weil das Wettbewerbsumfeld noch sehr viel kleiner ist.

Videos haben tatsächlich das Zeug zur Wunderwaffe. Aber auch mit Ihrem Video müssen Sie richtig zielen, um echte Treffer zu landen.

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