Lars Becker zu Trends im E-Mail-Marketing
Lars Becker, Geschäftsführer des Düsseldorfer IT-Dienstleistungsunternehmens terramail. Er ist spezialisiert auf die Beratung, Optimierung und Professionalisierung der gesamten E-Mail-Kommunikation, der Auswahl und Implementierung von ERMS sowie der Erstellung von E-Mail-Leitfäden und Autor des Buches „Professionelles E-Mail-Management“.
Was sind die aktuellen Trends im Bereich E-Mail-Marketing?
Lars Becker Losgelöst von allen Trends ist und bleibt die wichtigste Anforderung für ein erfolgreiches E-Mail-Marketing die professionelle Durchführung. Sei es intern mit eigenem Personal oder extern durch einen spezialisierten Dienstleister. Leider werden immer noch die Grundanforderungen an E-Mail-Marketing zu oft nicht erfüllt und immenses Potenzial durch die Unternehmen verschenkt. Schließlich darf der eigene Newsletter nicht in der Werbe- und Spamflut des Posteingangs des Empfängers untergehen.
Konkret testen die meisten Unternehmen Ihre Angebote und Inhalte an verschiedenen Zielgruppen und personalisieren und individualisieren ihr Angebot. Es wird nicht mehr die Masse mit allem beworben, sondern immer kleinere Gruppen analysiert und die Inhalte entsprechend zugeschnitten.
Kurz- und mittelfristig werden Unternehmen Inhalte, die Sie in Social-Web-Bereichen darstellen, auch für Newsletter und umgekehrt verwenden. Schließlich ist die Menge an regelmäßig neuen, interessanten und vor allem mehrwertigen Inhalten oftmals begrenzt, weshalb eine Verwendung mit gegenseitigen Verweisen sinnvoll und effizient ist.
Darüber hinaus wird die Newsletter-Anpassung für die Mobile Welt, also gerade für Smartphones für Unternehmen wichtiger werden. Gerade auch im Hinblick auf die nachkommenden Generationen, die wesentlich internet- und technikaffiner aufwachsen.
Während US-E-Mail-Marketer sich begeistert auf das Social Web stürzen, wird hierzulande noch an der Personalisierung der Mails gewerkelt. Sehen Sie das genauso? Verpassen wir den Anschluss in diesem Segment?
Lars Becker Nein, wir verpassen keinen Anschluss. In Deutschland Bedarf z. B. der seriöse Aufbau eines eigenen E-Mail-Verteilers einfach mehr Zeit als beispielsweise in den USA. Die USA sind in der Regel etwas schneller in der Verfolgung weiterer Trends und Ausbaustufen. In Deutschland wurde leider anfangs die technischen Hürden und Fallstricke im E-Mail-Marketing zu lange nicht ernst genommen. Dabei ist die reibungslose Zustellung sowie die Darstellung das A und O eines Newsletters und somit oberste Pflicht für die Unternehmen. Diese Hausaufgaben haben die meisten Unternehmen nun gemacht und widmen Ihre Konzentration der Segmentierung und Personalisierung Ihrer Angebote. In diesem Zuge werde auch Verbindungen zum Social-Web hergestellt. Nur müssen diese Bereiche auch erst einmal von den Unternehmen strukturiert angegangen werden.
Haben Sie aktuelle Zahlen für uns, wann der Versand eines Newsletters am günstigsten ist?
Lars Becker Es gibt nicht den ultimativen allgemeingültigen Versandzeitpunkt. Es gibt mittlerweile für jeden Wochentag Studien dafür und Studien dagegen. Es gilt für jedes Unternehmen den eigenen Zeitpunkt herauszufinden bzw. zu testen und dann zu “etablieren”. Wichtiger ist bei einem regelmäßigen wöchentlichen oder 14tägigen Versand, den gleichen, für Versender und Empfänger planbaren Tag, zu definieren. Für den Erfolg des eigenen Newsletters darf man sich nicht auf die allgemeinen Studienaussagen alleine verlassen, sondern muss immer wieder Varianten gegeneinander testen und bewerten. Schaffen Sie stabile Akzeptanz durch kontinuierliche Mehrwerte für den Empfänger. Eine hohe Abonnententrue wird es Ihnen danken.
Welches sind generell Ihre neusten Erkenntnisse, wenn es um Öffnungsraten, Bounces und Performance geht?
Lars Becker E-Mail Benchmark Report 2010 von emarsys gibt unsere Erfahrungswerte sehr gut wieder.
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