“Re-Targeting-Technologien finden auch im Affiliate Marketing Anwendung”
Markus Kellermann, Head of Affiliate Marketing bei explido WebMarketing
Das Affiliate Marketing wird sich im Jahr 2011 stärker verändern als in den letzten fünf Jahren zusammengenommen, sagen viele Experten. Stimmen Sie zu?
Markus Kellermann Absolut. Das Affiliate Marketing wird 2011 geprägt durch ein starkes Wachstum im Bereich Social Media und viele neue Publisher-Modelle rund um Facebook & Co. Auch Re-Targeting-Technologien und Qualitätsstandards werden das Marktgeschehen zunehmend bestimmen.
“Es gilt Werbe- und Vertriebsmodelle für Facebook und Co. zu entwickeln”
Manuel Kester, Geschäftsführer belboon-adbutler GmbH
Das Affiliate-Marketing wird sich im Jahr 2011 stärker verändern als in den letzten fünf Jahren zusammengenommen, sagen viele Experten. Stimmen Sie zu? Welche Veränderungen werden das hauptsächlich sein?
Manuel Kester Diese Aussage kann ich so nicht stützen. Natürlich unterliegt auch das Affiliate Marketing einem kontinuierlichen Wandel und einer fortschreitenden Entwicklung – so wie alle Werbeformen und -kanäle. Aber eine derart massiv. Veränderung wird es meines Erachtens nach nicht geben. Sicher ist aber auch, dass sich der bereits seit langem eingeläutet Trend zur weiteren Professionalisierung ebenso fortsetzen wird, wie die Entwicklung hin zum Performance Display Advertising und zum Retargeting mit performancebasierter Abrechnung. Auch Micro-Affiliate Modelle zur Nutzung der Empfehlungskompetenzen von Mitgliedern sozialer Netzwerke stellen interessante, neue Entwicklungstendenzen da. In den USA sprechen viele bei diesen Modellen bereits von einem Trend.
“eCommerce wird immer dezentraler”
Roland Fesenmayr, Geschäftsführer, Oxid eSales AG
Immer mehr Online-Shops buhlen um Käufer im Internet. Welche Maßnahmen aus dem Social Commerce können Online-Shop dabei helfen, Kunden zu generieren und zu binden?
Roland Fesenmayr eCommerce wird immer dezentraler. Neben den (Pflicht)Angeboten im eigenen Shop ist Facebook mittlerweile die mit Abstand wichtigste externe Plattform geworden. Eine tiefe Integration wird hier zunehmend Standard. Kunden haben auf der Plattform auf der sie sich ohnehin aufhalten und kommunizieren die Möglichkeit Marken zu erfahren sich mit anderen Kunden über Produkte und Services auszutauschen. Auch die Händler können und müssen direkt mit den Kunden interagieren und lernen ihr Angebot zu optimieren. Der führende Microblogging Dienst Twitter kann spannend sein um Erfahrungen zu sammeln, ist aber noch kein Massenmedium. Daneben gibt es natürlich anhängig von der Branche, wie z.B. im Bereich Fashion eine Menge an vertikalen Portalen und Plattformen die man zusätzlich bedienen kann. Derzeit liegt der Schwerpunkt meist noch auf dem Marketing-Aspekt, zukünftig immer mehr auf dezentralem Handel auf unterschiedlichsten Plattformen, außerhalb des eigenen Shops. Anbieter haben die Möglichkeit mit starker Einbeziehung ihrer Kunden völlig neue, individuelle Geschäftsmodelle mit Anleihen aus Shopping Clubs, die eine gewisse Exklusivität suggerieren oder Live Shopping, das Verknappung des Angebots vermittelt zu realisieren. Vor allem auch die Möglichkeiten von mobilen Plattformen auf Smartphone-Basis und auch die Vernetzung mit den Angeboten und Services des stationären Handels werden wesentliche neue Impulse bringen. Aus keinem dieser Szenarien ist das gemeinsame Shoppingerlebnis wegzudenken.
“Social Commerce ist eigentlich kein Marketing-Konzept”
André Richter, Geschäftsführer der Mindbox GmbH
Was halten Sie persönlich vom Konzept des Social Commerce?
André Richter Social Commerce ist eigentlich kein Marketing-Konzept, sondern die Grundhaltung des Unternehmens gegenüber seinen Kunden. Wenn bei mir, sagen wir als Geschäftsführer einer Lebensmittelmarke, die Kunden an erster Stelle stehen, dann entsteht allein schon daraus alles Notwendige, um nah, authentisch und erfolgreich zu sein. Social Commerce ist die Rückkehr zum „Menscheln“ im Marketing. Die letzten 20 Jahre haben gezeigt, dass durch all die auf Prozessautomatisierungen und -optimierung spezialisierten Berater wie die Roland Bergers eine immer größere Distanzierung zwischen den Unternehmen/Produzenten und den Kunden/Konsumenten stattgefunden hat. Anschließend musste man dann mit vielen Millionen Euro Kampagnen durchführen, um wieder als Unternehmen sichtbar zu werden und seine Marke bekannt zu machen. Insofern ist Social Commerce eine virtuelle Rückkehr zur „Tante Emma“-Mentalität: nämlich als Unternehmen persönlich für seine Kunden da zu sein, sich für ihre Wünsche, Anregungen und auch Kritikpunkte zu interessieren. Ein schönes Beispiel dafür ist das Team der Kelterei Walthers und ihr bekannter Saftblog.