„Die Webseiten-Besucher tun nie das, was man selbst erwartet“
Alexander Schreiber, Sales-Manager bei Mindlab Solutions
Was sind die elementaren Daten, die mit Webanalyse erhoben werden sollten?
Alexander Schreiber Die elementaren Daten sind immer diejenigen, mit deren Hilfe die Webseitenziele des Kunden bewertet werden können. Die absolute Anzahl an Sessions und PageViews einer Webseite sollte nie oder in den seltensten Fällen als die wichtigste Kennzahl zur Bewertung des Webseitenerfolgs herangezogen werden. Ist die Webseite wirklich erfolgreich, wenn man pro Tag mehrere Tausend Besuche hat, aber niemand etwas kauft, oder allgemein formuliert, das Ziel der Webseite erreicht? Wohl eher nicht! Deswegen sollte man sich als Betreiber einer Webseite überlegen, wie die Ziele und Teilziele der Webseite genau aussehen. Daraus ergeben sich dann Antworten auf die Fragen: Wie viele meiner Seitenbesucher konnte ich für ein Produkt interessieren? Wie viele der Seitenbesucher haben sich für den Newsletter angemeldet? Wie viele Seitenbesucher haben ein Info-PDF heruntergeladen? Wie viele Seitenbesucher haben sich auf einer Informationsstrecke wie lange aufgehalten (Engagement)? Die Daten, die man benötigt um solche Fragestellungen zu beantworten, stellen die elementaren Daten dar.
„In der Webanalyse sollte mehr auf Nutzer, Konversionen und Umsatz geachtet werden“
Timo von Focht, Country Manager DACH Applied Technologies Internet SAS
Was sind die elementaren Daten, die mit Webanalyse erhoben werden sollten?
Timo von Focht Zu den elementaren Daten gehören neben dem Umsatz auch die Besuche, Seitenaufrufe, Verweildauer, Klick- und Konversionsraten. Mithilfe eines Webanalyse-Tools können Shop-Betreiber eine Menge über die Nutzung ihrer Website erfahren. Damit sich die Investition auszahlt, sollte ein Webanalyse-Tool aber nur implementiert werden, wenn damit Ziele zur Verbesserung der Website verbunden sind und Ressourcen vorhanden, um anhand der erhobenen Daten Projekte zu realisieren. Oft wird dabei nur auf den Umsatz als Kennzahl geschaut, doch die Erhöhung des Umsatzes ist letztendlich nur ein Zeichen, dass man etwas bei der Website-Optimierung richtig gemacht hat.
Sicherheitstipps für Mac-User
Im Allgemeinen fühlen sich Mac-User sicherer als die Nutzer von Windows-Plattformen. Doch ist das wirklich so. Ist der Mac sicherer, als etwa ein Windows-PC? Wir sprachen mit Candid Wüest, Senior Threat Researcher bei Symantec Security Response. Sein Rat: Auch Nutzer von Nicht-Windows-Betriebssystemen müssen die IT-Sicherheit ernst nehmen. Die Bedrohungen werden zukünftig weiter steigen und grundlegende Sicherheitsmechanismen sind ein Muss.
“Ein Ende der Netzneutralität wäre das Ende des Internets”
Malte Spitz, Mitglied des Bundesvorstandes von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Betreiber der Initiative Pro Netzneutralität
Wenn der Aufbau einer Website eine halbe Sekunde länger dauert, stört es doch kaum jemanden, während halbsekündige Aussetzer ein Video-On-Demand-Angebot nahezu unbenutzbar machen. Geht die Forderung nach Netzneutralität an der technischen Realität vorbei?
Malte Spitz Das Prinzip der Netzneutralität ist technische Realität und Grundbestandteil des Internets von Anfang an. Ein Ende der Netzneutralität wäre das Ende des Internets wie wir es heute kennen. Mit der Netzneutralität sollten weder Unternehmen noch Staaten herumspielen.
Gebrauchte IT – Fluch oder Segen?
Dr. Marcus Werner ist Diplom-Informatiker, promovierter Rechtsanwalt und Fachanwalt für IT-Recht. Er ist seit über 15 Jahren spezialisiert auf alle Fragen des IT- und Internetrecht, ist ein sehr erfahrener Prozessanwalt und berät in allen aktuellen IT-Fragen. Dr. Werner ist Senior-Partner der Kölner Wirtschaftskanzlei AMELUNG BRÜNING WERNER.
Worauf muss man beim Kauf gebrauchter IT-Hardware besonders achten?
Dr. Marcus Werner Gebrauchte IT-Hardware kann defekt sein. Sie sollte nur dort gekauft werden, wo ein Test möglich oder eine Rückgabe ohne Aufwand oder Kosten möglich ist. Auch sollte man beim Kauf gebrauchter Hardware darauf achten, dass diese – wenn erforderlich – nur mit Software ausgestattet ist, für die nachweislich eine reguläre Lizenz besteht. Auf der Hardware sollten sich auch keine Daten des Vorbesitzers mehr befinden.
„Quick-Freeze Plus ist eine Art Vorratsdatenspeicherung light“
Thomas Stadler, Fachanwalt für IT- Recht und für Gewerblichen Rechtsschutz
Ist Quick-Freeze Plus die Lösung im Bereich der Vorratsdatenspeicherung?
Thomas Stadler Was jetzt als Quick-Freeze Plus propagiert wird, ist im Grunde so eine Art Vorratsdatenspeicherung light. Nach der alten Regelung gab es bereits in § 100g StPO die Vorschrift, dass im Falle eines konkreten Tatverdachts Verkehrsdaten erhoben werden dürfen und insoweit auf die, auf Vorrat nach dem TKG gespeicherten Daten zurückgegriffen werden kann. Das Grundkonzept von Quick-Freeze Plus ist in diesem Punkt also dasselbe wie bei der Vorratsdatenspeicherung, nur mit dem Unterschied, dass die Daten nicht für sechs Monate sondern nur für zwei Wochen auf Vorrat gespeichert werden sollen.
“Derzeit wäre Quick-Freeze Plus lediglich eine theoretische, aber keine praktische Lösung”
Michael Horak, LL.M., Rechtsanwalt, Dipl.-Ing., mit OLG-Zulassung auch Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz
Ist Quick-Freeze Plus die Lösung im Bereich der Vorratsdatenspeicherung?
Michael Horak Die Vorrats-/Generalverdachtsdaten werden zumindest nur kurze Zeit, etwa 2 Wochen, statt 6 Monate gespeichert. Nachdem das Bundesverfassungsgericht die Vorratsdatenspeicherung nicht für generell unzulässig erachtet hat, stellt Quick-Freeze Plus sicherlich einen theoretischen Vorteil dar.
“Der Kampf um den Datenschutz ist auch in 20 Jahren noch nicht ausgestanden”
Simon Möller hat Jura in Augsburg und Münster studiert, mittlerweile ist er Rechtsreferendar in Leipzig mit Stationen unter anderem bei der Pressekammer des LG Leipzig und beim MDR, und einer der Redakteure des Online-Magazins Telemedicus.info. Seine Schwerpunkte liegen vornehmlich im Äußerungs- und Medienrecht, aber auch im Urheberrecht, Rundfunkrecht und Internetrecht. Mit uns hat er über den Datenschutz im Internetzeitalter und den Entwurf zu Quick Freeze Plus im besonderen gesprochen.
“Das klassische Fernsehen wird auch weiterhin das Massenmedium schlechthin bleiben”
Klaus Böhm, Director Technology, Media & Telecommunications, Deloitte Consulting GmbH
Ist IP-TV die Zukunft des TV?
Klaus Böhm Die Verbindung des linearen Fernsehens mit On-Demand-Inhalten und interaktiven Diensten ist die Zukunft. Ob das IPTV im engeren Sinne (in geschlossenen Netzen), Web-TV oder Hybrid TV (bspw. HbbTV oder auch Google TV) sein wird, bleibt abzuwarten. Das Potenzial für die Marktteilnehmer liegt immer in kooperativen Geschäftsmodellen, die dem Nutzer einen Mehrwert durch leichte Zugänglichkeit zu relevanten Inhalten bieten muss.
„IPTV hat gegenüber herkömmlichen Fernsehen zwei bestechende Merkmale: Vielfalt und Interaktivität“
Mathias Birkel, Senior Consultant Goldmedia GmbH
Ist IP-TV die Zukunft des TV?
Mathias Birkel Zunächst muss man sich darüber einig sein, was genau mit IPTV gemeint ist, denn: Es gibt nicht „das“ eine IPTV. Meint man generell die Verbreitung von audiovisuellen Inhalten über das Internet Protokoll? Empfängt man IPTV über das Internet oder nur über kontrollierbare, dedizierte Netze eines speziellen Anbieters (zum Beispiel der Deutschen Telekom)? Erfolgt die Nutzung auf dem Fernsehgerät via Set-Top-Box, auf dem PC oder sogar mobil? Den ganzen Beitrag lesen