Günstige Tarife mit langen Laufzeiten
Marco Keul, Inhaber der Hosting-Vergleichsplattform HOSTtest.de
Für 10 Euro monatlich bietet der Markt inzwischen sowohl Shared-Hosting-Angebote als auch virtuelle Server. Wo ist das Geld besser angelegt?
Marco Keul Manche Anbieter bieten virtuelle Server auch VServer genannt, mittlerweile sogar weit unter 10 EUR pro Monat an. Die Frage die sich neben dem stellt, was man dann für sein Geld erwarten kann, ist jedoch für welchen Zweck Webhosting benötigt wird. Dabei kommt es in der Praxis immer häufiger vor, dass sich technisch unwissende Endverbraucher, die beispielsweise einen Blog betreiben wollen, auf einen virtuellen Server zurückgreifen. Dabei bringen sie nicht die nötigen technischen Fertigkeiten mit um einen Server zu pflegen und zu verwalten.
Deshalb kann ich persönlich nur empfehlen, dass gerade für Privatanwender meistens eine Shared-Hosting Lösung vollkommen ausreicht. Auch für Firmenkunden, die eine eigene Webseite betreiben, dürfte ein Shared-Hosting Account ausreichen. Wichtig ist hier vor allem zu beachten, wie viele Kundenaccounts der Webhoster auf einem Server zulässt. Dieses beeinflusst nämlich die Performance des Webservers enorm.
Gibt es Webanwendungen, die sich mit einem Shared-Hosting-Angebot gar nicht realisieren ließen?
Marco Keul Welche Einstellungen in einem Shared-Hosting Account erlaubt sind, unterscheiden sich oft von Webhoster zu Webhoster. Deshalb empfehle ich, sein Vorhaben mit dem dementsprechenden Anbieter vorab zu besprechen. Dabei zeigt sich auch oft, dass große Webhoster nur schwer individuelle Lösungen anbieten können. Daher wäre meine weitere Empfehlung, sich ruhig auch mal nach kleinen bis mittelgroßen Anbieter umzusehen. Unser Portal bietet dafür eine erste Anlaufstelle. Klar ist jedoch, dass der Benutzer mit einem virtuellen Server deutlich mehr Freiheiten besitzt als ein Shared-Hosting Benutzer.
Gibt es eigentlich auch Virtual Server-Angebote, die sich ausdrücklich an technisch weniger versierte Anwender richten, und z. B. eine intuitive Konfigurationsoberfläche bieten?
Marco Keul Sicherlich gibt es auch in diesem Bereich Fortschritte. Die Verwaltung über Plesk oder Confixx ist sicherlich im ersten Anschein sehr leicht und auch für technisch weniger versierte Anwender machbar. Jedoch bleibt ein VServer immer noch ein Server, daher muss dieser auch regelmäßig gewartet und vor allem mit Sicherheitsupdates „gefüttert“ werden, da sonst die Gefahren von Sicherheitslücken immer größer werden. Und wer will schon dass seine Firmenwebseite eines Tages nur russische leicht bekleidete Frauen zeigt.
Vielfach kann man beobachten, dass die Performance eines Shared-Hosting-Angebots der eines gleich teuren virtuellen Servers überlegen ist. Woran liegt das?
Marco Keul Ein virtueller Server ist maximal so schnell wie der Webserver auf dem dieser läuft. Nur was passiert wenn 10 oder 20 virtuelle Server auf diesem Webserver betrieben werden? Die Performance leidet, gerade in Stoßzeiten wie dem Weihnachtsgeschäft oder speziellen Tageszeiten. Deshalb kann eine Shared-Hosting Lösung mit wenigen anderen Nutzern des Webservers von Vorteil sein!
Neben Performance ist Hochverfügbarkeit ein wichtiges Kriterium. Doch messen lässt sich die Verfügbarkeit erst, wenn der Kunde sich bereits für ein Hosting-Angebot entschieden hat. Welche Anhaltspunkte kann ein Kunde, von den Versprechen der Anbieter einmal abgesehen, nutzen, um schon vorab die Verfügbarkeit zu beurteilen?
Marco Keul HOSTtest.de empfiehlt generell jedem Webhosting-Suchenden sich auf den einschlägigen Bewertungs- und Vergleichsportalen vorab zu informieren. Sollte es in der Vergangenheit zu vielen Ausfällen gekommen sein, so sprechen die Bewertungen von Kunden meist Bände davon. Auch unterziehen wir allen registrierten Webhostern einen Verfügbarkeitstest, welche zumindest die Anbieterwebseite dauernd auf Verfügbarkeit hin untersucht. Zusammen kann dieses ein gutes Bild eines Webhosters und deren Verfügbarkeit abgeben.
Manche Dienstanbieter limitieren den Inklusiv-Traffic, bei einem unerwarteten Besucheransturm wird es für den Seitenbetreiber dann richtig teuer. Wie lässt sich dem vorbeugen, und auf welche Fallstricke in den Angeboten gilt es sonst noch zu achten?
Marco Keul Sicherlich gibt es Webhoster die den Inklusiv-Traffic begrenzen. Kleine Volumen sind insbesondere bei Shared-Hosting Angeboten unter 5 EUR zu finden. Um sich davor abzusichern bieten jedoch viele Webhoster auch automatische Warnemails an, die bei Limitüberschreitung den Kunden automatisch informieren. Persönlich würde ich deshalb vor Abschluss eines Vertrages die Limits ansehen, sowie die Mehrkosten für sogenannten Mehrtraffic. Wenn man jedoch nicht auf ein „Billigpaket“ setzt und mehr als 5 EUR im Monat investiert, dürfte eine Überschreitung des Traffiks nur wirklich in Ausnahmefällen geschehen. Und wenn doch, kann man sich über ein zweites Facebook freuen. Allgemein werben viele Webhoster mit günstigen Tarifen verbunden mit langen Laufzeiten. Deshalb sollte vorher genau überlegt werden, ob man sich wirklich auf die Dauer von 6 oder sogar 12 Monate an einen Webhoster binden möchte.
Hosting-Angebote stehen sowohl auf Windows- als auch (sogar überwiegend) auf Linux-Basis zur Verfügung. Zu welcher Variante würden Sie raten?
Marco Keul Persönlich habe ich bis Dato bei meinen Webprojekten auf Linux Server gesetzt. Diese sind oft kostengünstiger wegen geringer Softwarekosten und laufen sehr stabil. In den letzten Jahren konnte Microsoft jedoch auch das Servergeschäft immer weiter ausbauen. Vorteile können hier Entwickler finden, die innovative XML-Webdienste einsetzen wollen. Zurzeit bieten immer mehr Webhoster neben den „alten“ Linux Servern ebenfalls das Pendant der Windows Server parallel an.
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