Sebastian Socha zu Google Boost
Sebastian Socha, Leiter Produktentwicklung SEO & SEM bei KennstDuEinen GmbH
Was halten Sie vom Google Boost-Projekt?
Sebastian Socha Die Idee von Google, lokalen Anbietern ein leicht zu handhabendes Werbeinstrument zur Verfügung zu stellen, ist generell begrüßenswert. Der Hauptgrund hierfür ist, dass Google AdWords für viele lokale Unternehmen nach wie vor zu komplex in der Bedienung ist, um effektiv bei geringem Zeitaufwand zu Marketingzwecken im Internet genutzt zu werden. Das hat auch Google klar erkannt, weshalb Google Boost auch direkt in das Dashboard von Google Places integriert ist. Zahlreiche lokale Anbieter erfahren so vermutlich überhaupt zum ersten Mal von der Möglichkeit lokales Suchmaschinenmarketing über die Google-Suche zu betreiben. Umgekehrt dient Google Boost selbstverständlich auch dazu, möglichst viele Anbieter zu animieren, ihre Firmendaten an Google zu übertragen.
Mario Kohle zu Trends im Online-Marketing
Mario Kohle, Online-Marketing-Experte und Geschäftsführer Käuferportal GmbH
Was werden für Sie die Online-Marketing-Trends des Jahres 2010?
Mario Kohle Ich denke, dass der Kunde blinder für das Online Marketing wird. Man nehme die zunehmende Bannerblindheit. Die Folge: sinkende Klickraten auf Bannern setzen sich weiter fort. Wenn man zudem bedenkt, dass ca. 16% der Internet-User für ca. 85% der AdClicks zuständig sind, kann dies für ein Unternehmen kein effektives Instrument mehr sein. Das Online Marketing muss sich also immer wieder neu erfinden, um solchen Bewegungen entgegentreten zu können. Die Lösung dafür sehe ich im Performance-Ansatz: Dass heißt, wir werden im Online-Marketing immer mehr Transparenz zwischen Marketingaufwand und -ertrag sehen. Denn nur wer misst, kann sich stetig verbessern. Das Vorteil des Internets sind klare KPI´s und das Lifetime-ROMI (Return on Marketing Investment) wird im Controlling der Maßnahmen die Messlatte sein. Ein weiterer Trend, der auch in der nächsten Zeit nicht versiegen wird, ist „Mass Customization“, das erst durch das Internet für jedermann erschwinglich geworden ist.
Jochen Urban zu Trends im Online-Marketing
Jochen Urban, Geschäftsführer der Vibrant Media GmbH
Was werden für Sie die Online-Marketing-Trends des Jahres 2010?
Jochen Urban Werbung wird 2010 zum tatsächlichen Mehrwert für den User. Das wird durch verschiedene Faktoren vorangetrieben. Zum einen wird die Relevanz der Werbung durch ein noch feineres, mehrstufiges Targeting deutlich verbessert. Dabei wird das kontextuelle Targeting einen Durchbruch erleben. Zum anderen durch interaktive, innovative Formate, die den User auffordern, spielerisch mit der Marke und der Werbe-Message zu interagieren wie Video-Werbung oder auch InText-Formate, die per Hyperlink weiterführende Information für den User bereitstellen.
Jörg Hoewner zu Trends im Online-Marketing
Jörg Hoewner, Geschäftsführender Partner K12 Agentur für Kommunikation und Innovation GmbH
Was werden für Sie die Online-Marketing-Trends des Jahres 2010?
Jörg Hoewner Die erste Euphorie rund um das Thema Web2.0 ist verflogen, das Thema an sich scheint mir bei vielen Unternehmen etabliert, weitere fangen jetzt an, sich damit zu beschäftigen. Hype-Thema in diesem Bereich ist momentan sicherlich noch Twitter, wobei sich hier noch viele unklar sind, wie man damit sinnvoll umgeht.
Ein weiteres Thema ist der Einsatz von Location based services zum Teil in Verbindung mit AR (Augmented Reality)-Anwendungen. Hier eröffnet sich ein völlig neues Spielfeld für geographisch gesteuerte Marketingmaßnahmen.
Martin Hubert zu Trends im Online-Marketing
Martin Hubert, Geschäftsführer der Performance Marketing-Agentur eprofessional GmbH
Was werden für Sie die Online-Marketing-Trends des Jahres 2010?
Martin Hubert Targeting wird ein großes Thema sein. Dabei geht es um die zielgruppenspezifische und interessenorientierte Einblendung von Werbung entlang der Informations- und Entscheidungsphase. Während man mit Targeting-Methoden Werbung dort ausliefert, wo die Zielkunden surfen, ermöglicht es Re-Targeting, den Nutzer zu einem späteren Zeitpunkt nochmal extra zu ermuntern. Neu wird in diesem Zusammenhang die stärkere Vernetzung von Search- und Display sein. Wir werden auch technische Innovationen beim AdServing und Tracking sehen.
Dr. Torsten Schwarz zu Mobile Marketing
Dr. Torsten Schwarz, Online-Pionier und Marketing Consultant
Im Marketing Mix spielt Mobile Marketing eine immer größere Rolle. Kein Wunder, beinahe jeder hat heute ein Mobiltelefon. Mindestens eines. Und damit ist inzwischen viel mehr möglich als nur telefonieren und simsen. Der Online-Pionier Dr. Torsten Schwarz, Inhaber des Consulting-Unternehmens Absolit und Initiator der Online-Plattform Marketing-Börse, ist ein profunder Kenner moderner Marketing-Formen, und hat an zahlreichen Studien – unter anderem auch zum Thema Mobile Marketing – mitgewirkt.
David Eicher zu Mundpropaganda-Marketing
David Eicher, Geschäftsführer der webguerillas, Agentur für alternative Werbeformen
Könnten Sie das “Phänomen” Mundpropaganda etwas genauer beschreiben – was führt zur guten/schlechten Mundpropaganda? Welche Vorgehensweisen (online/offline) werden bei diesem Verfahren erfolgreich umgesetzt?
David Eicher Mundpropaganda ist die älteste Marketing-Form der Welt. Schon immer empfehlen sich Menschen Gutes, sagen etwas weiter, in der Absicht sich mitzuteilen und zu zeigen, dass man einen Wissens- und Erkenntnisvorsprung hat, aber eben auch um anderen zu helfen. Das Empfehlen ist also zugleich die simpelste Form der Werbung für ein Produkt, denn sie setzt auf das Kommunikationsbedürfnis der Menschen, das in Zeiten von Web2.0 besonders viele Kanäle findet. Es ist aber auch die anspruchsvollste Marketing-Form. Und hier offenbart sich die Herausforderung. Nur objektiv sehr gute bis herausragende Produkte oder Dienstleistungen erhalten gute Mundpropaganda. Daran kann und darf ein noch so gut gemachtes WOM-Projekt nichts ändern. Denn Empfehlungsmarketing fußt auf ehrlicher, nicht beeinflusster Wahrnehmung des zu testenden Produkts oder Dienstes. Um dieses Produkt herum gilt es ein Projekt zu etablieren – und das ist unsere Aufgabe -, das die Teilnehmer (wir nennen sie Multiplikatoren) an das Produkt bindet, sie unterhaltend dazu animiert, sich mit dem Testgegenstand auseinander zu setzen und darüber zu kommunizieren.