Banking mit Freunden
Matthias Kröner, Vorstandssprecher der Fidor Bank AG . Mit der Fidor Community Banking bietet die Bank Ihren Kunden ein zukunftsorientiertes Banking 2.0-Konzept.
Welche Rolle spielt für Ihr Geschäftsmodell der Aspekt des Social Commerce?
Matthias Kröner Eine ganz wesentliche Rolle! Die „Digitalisierung des Lebens“ zwingt alle Industrien sich bzgl. des eigenen Selbstverständnisses massiv Gedanken zu machen. Dies gilt inbesondere für die Finanzdienstleistungsindustrie, die in den letzten Jahren durch die mit-verursachte Finanzkrise stark an Vertrauen und Reputation eingebüßt hat. Bei der Fidor Bank beantworten wir diese Entwicklung durch die Integration der grundsätzlichen Wirkprinzipien des Web 2.0 in unsere strategische Ausrichtung und Strategie, in unsere Kultur, in unseren Auftritt, in unsere Kommunikation mit den Kunden. Das unterstreichen wir beispielsweise durch unseren auf der Startseite zu findenden Claim „Banking mit Freunden“. Den ganzen Beitrag lesen
Facebook-Shop: Eine 1-zu-1-Kopie vom Onlineshop wäre ein Fehler
Christian Otto Grötsch, Social-Commerce-Experte, ist Gründer und Geschäftsführer der dotSource GmbH
Welche Vorteile haben im Bereich des Social Commerce Whitelabel-Lösungen (Fullfillment) für Online-Shops?
Christian Otto Grötsch Ein Vorteil bei Whitelabel-Lösungen ist das kurze „Time-To-Market“, Nachteile liegen natürlich darin, dass die spezifischen Besonderheiten eines Shops oft nicht zur Zufriedenheit abbildbar sind. Also je nachdem, wie stark man sich als Händler engagieren will, wählt man einfache, billige Lösungen (z.B. um sich erst einmal auszuprobieren) oder eine Standardsoftware wie SCOOBOX für ein klares Social-Commerce-Konzept. Den ganzen Beitrag lesen
Selbst ein negatives Kundenfeedback kann ein Gewinn für den Shop-Betreiber sein
Tim Hahn, Mitgründer der netz98 new media GmbH, ist als Geschäftsführer für die Bereiche Sales und Marketing verantwortlich.
Immer mehr Online-Shops buhlen um Käufer im Internet. Welche Maßnahmen aus dem Social Commerce können Online-Shops dabei helfen, Kunden zu generieren und zu binden?
Tim Hahn Prinzipiell ermöglicht die Share-Funktion, also das Mitteilen und Empfehlen von Inhalten an andere Nutzer, die Generierung von Neukunden. Die Netzwerke Facebook und Twitter gewinnen dabei immer mehr an Bedeutung. Der Online-Shop Gourmondo beispielsweise nutzt sehr erfolgreich Twitter als Marketingtool. Gourmondo informiert seine Kunden über Neuheiten und spezielle Angebote, tritt aber auch aktiv mit anderen Twitter-Nutzern in Kontakt und kann so Neukunden gewinnen. Als Supporttool, mit dem Unternehmen über ihre Public Timeline Kunden schnell und direkt weiterhelfen können, dient es vor allem der Kundenbindung. Einen ähnlichen Nutzen bringen Facebook-Fanseiten, mit der Möglichkeit zu Umfragen, Gewinnspielen und ähnlichem liegt der Schwerpunkt hier etwas mehr auf Kundenbindung. Den ganzen Beitrag lesen
Eine große Gefahr besteht im Missbrauch und der gesteuerten Beeinflussung der Bewertungs- und Empfehlungssysteme
Dr. Oliver Bohl, Partner & Geschäftsführer D/A/CH The Montecito Group S.A.S
Bitte geben Sie uns eine Checkliste über die größten Gefahren im Social Commerce und die entsprechenden Lösungen.
Dr. Oliver Bohl Eine große Gefahr besteht im Missbrauch und der gesteuerten Beeinflussung der Bewertungs- und Empfehlungssysteme.
Sollten Bewertungen von der Öffentlichkeit getätigt werden können?
Dr. Oliver Bohl Dies stellt zunächst eine massive Herausforderung dar und macht eine gezielte Kontrolle der Bewertungen notwendig. Geeignete Systeme steuern der Manipulation entgegen, indem z.B. ein Abgleich der IP-Adresse erfolgt, der zeitliche Verlauf berücksichtigt oder auf eine Normalverteilung in Bezug auf die verwendeten Browserversionen geachtet wird. Selbstverständlich ist auch damit keine absolute Sicherheit vor Manipulationsvorwürfen realisierbar, in der Regel werden nur amateurhafte Versuche abgewehrt. Doch selbst nach der Identifikation solcher Ansätze sollte darauf geachtet werden, dass Kommentare nicht einfach verschwinden sondern vielmehr durch gezielte Moderation als manipulativer Eingriff gekennzeichnet und transparent aus der Bewertung genommen werden. Fraglich ist, wie lange sich anonyme Kommentierungen und Bewertungen noch Beliebtheit erfreuen werden. Sowohl der intelligente Nutzer als auch rechtliche Bestrebungen in den USA wie auch in der EU stehen dem langfristig wohl im Weg. Den ganzen Beitrag lesen
Wer sich dem Social Web öffnet muss dies konsequent und umfassend tun
Daniel Hoffmann , Social-Commerce-Experte und Blogger
Welche Chancen haben im Bereich des Social Commerce Whitelabel-Lösungen (Fullfillment) für Online-Shops?
Es ist immer eine Frage der gegebenen Konstellation. Amazon und P&G haben im letzten Jahr einige erfolgreiche Facebook-Stores über Amazon Webstore realisiert (z.B. Pampers und MaxFactor). Der vor kurzem gestartete Facebook Store von Unilevers „Dove“ ist das jüngste Best Practice Beispiel dieses Service. Mit Amazon bekommen Hersteller und Marken einen professionellen und vertrauenswürdigen Partner, der es ihnen ermöglicht direkt den Endkunden zu erreichen, ohne ein eigenes Shop- und Logistik-System aufbauen zu müssen. Neben Amazon gibt jedoch bereits eine Vielzahl kleinerer Anbieter verschiedenster Systeme und Withelabel-Lösungen für unterschiedliche Fulfillment-Stufen. Generell gilt: Man vertraut seine Kunden einem „Mittelsmann“ unter dem eigenen Label an, technische Probleme, Fehler in der Logistik oder Abrechnung fallen – gerade im Social Web – direkt auf das eigene Unternehmen zurück. Der Griff zur Whitelable-Lösung kann Gutes und Schlechtes mit sich bringen und sollte daher gut bedacht sein. Amazon kann hier durch seinen guten Namen punkten und wird es anderen Anbietern gerade im Logistik- und Payment-Bereich schwer machen sich zu behaupten. Den ganzen Beitrag lesen
“Verkaufen im Internet wird sozial”
Es bestehen keine Zweifel mehr, ob Facebook ein Potential für alle Unternehmen bieten kann. Viele machen sich über die genaue Verwendung Gedanken. Eine der neuesten Entwicklungen sind Online-Shops direkt auf Facebook. Macht das Sinn? Hendrik Maat, Geschäftsführer der ShopShare GmbH, hat uns ein paar praktische Tipps gegeben, die Ihnen bei Ihrer Entscheidungsfindung helfen können:
Rolf Albrecht zu E-Commerce-Trends 2011
Rolf Albrecht, Rechtsanwalt Kanzlei volke2.0, ist auf den Gewerblichen Rechtsschutz (Wettbewerbs-, Marken-, Gebrauchs-, Geschmacksmuster- und Patentrecht) im Internet und das IT-Recht spezialisiert.
Wo sehen Sie die Trends im eCommerce für 2011 in Ihrem Bereich? Warum gerade hier?
Rolf Albrecht Trends im rechtlichen Bereich des eCommerce sehe ich in der spannenden Frage, wie sich die rechtliche Beurteilung geschützter Marken als KeyWords im Suchmaschinenmarketing entwickeln wird. Nach der der Europäische Gerichtshof gewisse Kriterien der Zulässigkeit bzw. Unzulässigkeit entwickelt hat, werden nunmehr die deutschen Gerichte abschließende Kriterien festlegen. Diese Rechtsfrage hat angesichts der immer größer werdenden Wichtigkeit des Suchmaschinenmarketing zur Kundengewinnung für jeden eCommerce-Anbieter Auswirkungen und steckt den Rahmen der rechtlich zulässigen Werbung ab.
“eCommerce wird immer dezentraler”
Roland Fesenmayr, Geschäftsführer, Oxid eSales AG
Immer mehr Online-Shops buhlen um Käufer im Internet. Welche Maßnahmen aus dem Social Commerce können Online-Shop dabei helfen, Kunden zu generieren und zu binden?
Roland Fesenmayr eCommerce wird immer dezentraler. Neben den (Pflicht)Angeboten im eigenen Shop ist Facebook mittlerweile die mit Abstand wichtigste externe Plattform geworden. Eine tiefe Integration wird hier zunehmend Standard. Kunden haben auf der Plattform auf der sie sich ohnehin aufhalten und kommunizieren die Möglichkeit Marken zu erfahren sich mit anderen Kunden über Produkte und Services auszutauschen. Auch die Händler können und müssen direkt mit den Kunden interagieren und lernen ihr Angebot zu optimieren. Der führende Microblogging Dienst Twitter kann spannend sein um Erfahrungen zu sammeln, ist aber noch kein Massenmedium. Daneben gibt es natürlich anhängig von der Branche, wie z.B. im Bereich Fashion eine Menge an vertikalen Portalen und Plattformen die man zusätzlich bedienen kann. Derzeit liegt der Schwerpunkt meist noch auf dem Marketing-Aspekt, zukünftig immer mehr auf dezentralem Handel auf unterschiedlichsten Plattformen, außerhalb des eigenen Shops. Anbieter haben die Möglichkeit mit starker Einbeziehung ihrer Kunden völlig neue, individuelle Geschäftsmodelle mit Anleihen aus Shopping Clubs, die eine gewisse Exklusivität suggerieren oder Live Shopping, das Verknappung des Angebots vermittelt zu realisieren. Vor allem auch die Möglichkeiten von mobilen Plattformen auf Smartphone-Basis und auch die Vernetzung mit den Angeboten und Services des stationären Handels werden wesentliche neue Impulse bringen. Aus keinem dieser Szenarien ist das gemeinsame Shoppingerlebnis wegzudenken.
“Social Commerce ist eigentlich kein Marketing-Konzept”
André Richter, Geschäftsführer der Mindbox GmbH
Was halten Sie persönlich vom Konzept des Social Commerce?
André Richter Social Commerce ist eigentlich kein Marketing-Konzept, sondern die Grundhaltung des Unternehmens gegenüber seinen Kunden. Wenn bei mir, sagen wir als Geschäftsführer einer Lebensmittelmarke, die Kunden an erster Stelle stehen, dann entsteht allein schon daraus alles Notwendige, um nah, authentisch und erfolgreich zu sein. Social Commerce ist die Rückkehr zum „Menscheln“ im Marketing. Die letzten 20 Jahre haben gezeigt, dass durch all die auf Prozessautomatisierungen und -optimierung spezialisierten Berater wie die Roland Bergers eine immer größere Distanzierung zwischen den Unternehmen/Produzenten und den Kunden/Konsumenten stattgefunden hat. Anschließend musste man dann mit vielen Millionen Euro Kampagnen durchführen, um wieder als Unternehmen sichtbar zu werden und seine Marke bekannt zu machen. Insofern ist Social Commerce eine virtuelle Rückkehr zur „Tante Emma“-Mentalität: nämlich als Unternehmen persönlich für seine Kunden da zu sein, sich für ihre Wünsche, Anregungen und auch Kritikpunkte zu interessieren. Ein schönes Beispiel dafür ist das Team der Kelterei Walthers und ihr bekannter Saftblog.