„Webanalysten messen niemals das Verhalten von Einzelpersonen“
Moritz Habermann, Analytics Specialist bei Google Deutschland
Gibt es Ihrer Meinung nach Mythen der Webanalyse? Welche sind das?
Moritz Habermann Ein weit verbreiteter Mythos ist, dass bei der Webanalyse das Aufzeichnen von personenbezogenen Daten und individuellen Nutzer-Sessions im Vordergrund steht. Dabei geht es lediglich darum, das Verhalten von bestimmten Nutzer-Segmenten zu erkennen und bei besonderen Abweichungen Maßnahmen einzuleiten. Webanalysten messen also niemals das Verhalten von Einzelpersonen. Ein weiterer Fehler ist die zu starke Fokussierung auf das Tool selbst: Viele Anwender machen sich unglaublich viele Gedanken bei der Toolauswahl und vergessen dabei, dass die Menschen dahinter ebenso wichtig sind. Als Faustregel gilt: Zehn Prozent der Investitionen sollten in das Tool selbst fließen – neunzig Prozent hingegen in die Menschen, die mit den Daten arbeiten. Denn das beste Tool nützt nichts, wenn niemand die Daten analysieren kann und daraus Verbesserungen für die eigene Website anstößt.
“Webanalyse ist ohne Gehirnleistung sinnlos”
Ralf Haberich, General Manager DACH, comScore, Inc.
Was sind die elementaren Daten, die mit Webanalyse erhoben werden sollten?
Ralf Haberich Web Analyse muss Bestandteil der Unternehmensentscheidungen sein. Website-Ziele werden aus Unternehmenszielen abgeleitet und müssen hier aktive Einsichten sowie Optimierungspotenziale liefern können. Vor allem wichtig ist die Betrachtung von Key Performance Indikatoren, die als relevante und veränderbare Unternehmenskennzahlen das aktuelle und zukünftige Geschäftsverhalten beeinflussen sollen.
“Webanalyse Tools bieten jedes Jahr mehr Funktionen”
Marcus Nowak-Trytko, Geschäftsführer der AddSugar GmbH
Für welches Webanalyse-Tool sollten sich beispielsweise Online-Shop-Anbieter entscheiden? Warum?
Marcus Nowak-Trytko Webtrekk und Econda, AT Internet, Nedstat, Omniture, Coremetrix, Webtrends, WiredMinds, Mind Lap sind Systeme, die sich als Webanalytics Anbieter für Shop-Systeme positionieren, was die Referenzliste der einzelnen belegt.
“Die Webanalyse ist ein zentraler Baustein zur kontinuierlichen Website- und Kampagen-Optimierung jedes Unternehmens”
Christian Bennefeld, Geschäftsführer der etracker GmbH
Gibt es Ihrer Meinung nach Mythen der Webanalyse? Welche sind das?
Christian Bennefeld:
- Mythos 1: Viele Anwender glauben, dass sich durch den Einsatz einer Web-Analyse Software die Website „von alleine“ optimiert. Web-Analyse ist aber nur ein Werkzeug, um Schwachstellen der Website und des Online-Marketings zu erkennen. Die Behebung der Schwachstellen kann nur durch denjenigen erfolgen, der vor dem Bildschirm sitzt – und der benötigt dazu vor allem Zeit und Know-how. Die Web-Analyse sollte daher stets fest in die Unternehmensprozesse integriert werden, da man sie nicht „mal eben nebenbei“ erledigen kann. Den ganzen Beitrag lesen
“Das primäre Interesse eines eShop ist eine hohe Conversion”
Atasoy Altinci, Geschäftsführer der NewElements GmbH
Was sind die elementaren Daten, die mit Webanalyse erhoben werden sollten?
Atasoy Altinci Nutzung, Herkunft, Zugriffzahlen (Besucher, Herkunft, Seitenaufrufe, Suchmaschinen Keywords (Detailliert mit welchem Keywords werden welche Produkte oder Dienstleistungen gefunden), Webseiteninterne-Suche.
„Die Webseiten-Besucher tun nie das, was man selbst erwartet“
Alexander Schreiber, Sales-Manager bei Mindlab Solutions
Was sind die elementaren Daten, die mit Webanalyse erhoben werden sollten?
Alexander Schreiber Die elementaren Daten sind immer diejenigen, mit deren Hilfe die Webseitenziele des Kunden bewertet werden können. Die absolute Anzahl an Sessions und PageViews einer Webseite sollte nie oder in den seltensten Fällen als die wichtigste Kennzahl zur Bewertung des Webseitenerfolgs herangezogen werden. Ist die Webseite wirklich erfolgreich, wenn man pro Tag mehrere Tausend Besuche hat, aber niemand etwas kauft, oder allgemein formuliert, das Ziel der Webseite erreicht? Wohl eher nicht! Deswegen sollte man sich als Betreiber einer Webseite überlegen, wie die Ziele und Teilziele der Webseite genau aussehen. Daraus ergeben sich dann Antworten auf die Fragen: Wie viele meiner Seitenbesucher konnte ich für ein Produkt interessieren? Wie viele der Seitenbesucher haben sich für den Newsletter angemeldet? Wie viele Seitenbesucher haben ein Info-PDF heruntergeladen? Wie viele Seitenbesucher haben sich auf einer Informationsstrecke wie lange aufgehalten (Engagement)? Die Daten, die man benötigt um solche Fragestellungen zu beantworten, stellen die elementaren Daten dar.
„In der Webanalyse sollte mehr auf Nutzer, Konversionen und Umsatz geachtet werden“
Timo von Focht, Country Manager DACH Applied Technologies Internet SAS
Was sind die elementaren Daten, die mit Webanalyse erhoben werden sollten?
Timo von Focht Zu den elementaren Daten gehören neben dem Umsatz auch die Besuche, Seitenaufrufe, Verweildauer, Klick- und Konversionsraten. Mithilfe eines Webanalyse-Tools können Shop-Betreiber eine Menge über die Nutzung ihrer Website erfahren. Damit sich die Investition auszahlt, sollte ein Webanalyse-Tool aber nur implementiert werden, wenn damit Ziele zur Verbesserung der Website verbunden sind und Ressourcen vorhanden, um anhand der erhobenen Daten Projekte zu realisieren. Oft wird dabei nur auf den Umsatz als Kennzahl geschaut, doch die Erhöhung des Umsatzes ist letztendlich nur ein Zeichen, dass man etwas bei der Website-Optimierung richtig gemacht hat.