„Die Pinnwand einer Facebook Seite wird von Google indexiert“
Thomas Hutter, Experte für die professionelle Nutzung von Facebook, bietet für Unternehmen Inhouse-Workshops/-Seminare zu Facebook an.
Wie kommen Inhalte und Youtube zusammen? Macht das für Unternehmen Sinn?
Thomas Hutter YouTube und Facebook spielen sehr gut zusammen und die Nutzung von beiden Kanälen kann durchaus sehr Sinn machen. Facebook ist ein universeller Kommunikationskanal der die Einbindung von RichMedia wie Videos sehr gut unterstützt. YouTube Videos können in Pinnwandnachrichten eingebunden werden und können auch direkt ohne Medienbruch (in dem Fall ohne Wechsel zu YouTube) betrachtet werden. Dem Facebookbenutzer bleibt allerdings freigestellt, das Video innerhalb der Pinnwand (mit reduzierter Dimension) oder auf YouTube zu betrachten. Einziger Diskussionspunkt hier wäre die alternative Nutzung der Video-Funktionalität von Facebook, allerdings macht die Nutzung von YouTube aus SEO-Sicht durchwegs Sinn, innerhalb wird YouTube nach Google als wichtigste Suchmaschine gehandelt.
“Social Commerce ist eigentlich kein Marketing-Konzept”
André Richter, Geschäftsführer der Mindbox GmbH
Was halten Sie persönlich vom Konzept des Social Commerce?
André Richter Social Commerce ist eigentlich kein Marketing-Konzept, sondern die Grundhaltung des Unternehmens gegenüber seinen Kunden. Wenn bei mir, sagen wir als Geschäftsführer einer Lebensmittelmarke, die Kunden an erster Stelle stehen, dann entsteht allein schon daraus alles Notwendige, um nah, authentisch und erfolgreich zu sein. Social Commerce ist die Rückkehr zum „Menscheln“ im Marketing. Die letzten 20 Jahre haben gezeigt, dass durch all die auf Prozessautomatisierungen und -optimierung spezialisierten Berater wie die Roland Bergers eine immer größere Distanzierung zwischen den Unternehmen/Produzenten und den Kunden/Konsumenten stattgefunden hat. Anschließend musste man dann mit vielen Millionen Euro Kampagnen durchführen, um wieder als Unternehmen sichtbar zu werden und seine Marke bekannt zu machen. Insofern ist Social Commerce eine virtuelle Rückkehr zur „Tante Emma“-Mentalität: nämlich als Unternehmen persönlich für seine Kunden da zu sein, sich für ihre Wünsche, Anregungen und auch Kritikpunkte zu interessieren. Ein schönes Beispiel dafür ist das Team der Kelterei Walthers und ihr bekannter Saftblog.
Dirk Freytag zu Behavioral Targeting
Dirk Freytag, CEO von AdTech AG
Was ist Behavioural Targeting?
Dirk Freytag BeTa ist eine praxisbezogene Anwendung der klassischen Nutzerstromanalyse. Im Mittelpunkt stehen das Bewegungsmuster des Users und der Inhalt der von ihm bisher besuchten Seiten. Seine Reaktionen auf zuvor gezeigte Werbebanner werden ebenso berücksichtigt und das Website-übergreifend. Je mehr Informationen über das effektive Surfverhalten des Nutzers gewonnen werden, desto passender können die Adserver die Banner ausliefern. Auf Basis dieser anonymisierten “Bewegungsinformationen” entstehen „Scoring-Tabellen“ für diverse Kategorien – ADTECH bietet 24 an der Zahl – wie z.B. Automobile, Reisen, Finanzen, Handys, Filme oder Musik. Diese Kategorisierungen helfen, die Banneranfragen zu konkretisieren und das passende Werbemittel für urbane Mütter, reisende Manager, Neuwagenbesitzer oder urlaubende Rentner auszuwählen. Wer mit BeTa Werbung plant, schaltet nicht zum Umfeld passende Werbung, sondern zu seinen Kunden passende
Thomas Eisinger zur Erstellung von SEM Anzeigentexten
Thomas Eisinger, Geschäftsführer explido WebMarketing GmbH & Co. KG
130 Zeichen verteilt auf vier Zeilen: SEM-Texte holen das Maximum aus der Devise „In der Kürze liegt die Würze“ heraus. Was gilt es dabei zu beachten, damit die Werbung ein Erfolg wird?
Thomas Eisinger Die Herausforderung besteht darin, dass in den 3 Zeilen sowohl Aufmerksamkeit geweckt, Infos transportiert und zu einer Handlung – nämlich dem Click – aufgefordert werden soll. Deshalb ist es wichtig zu wissen, was sind denn meine besten Argumente für mein Produkt bzw. wie kann ich mich von der Konkurrenz abheben? Ist es der Preis, die Qualität, die günstige Lieferung oder etwas ganz anderes? Und dann ist natürlich die Auswahl der Keywords für die Einbuchung extrem wichtig: welche Kombinationen werden wirklich gesucht, ist das Keyword vielleicht zu allgemein und was kostet ein Klick auf vorderen Positionen? Wir nennen das Keyword-Strategie – die Voraussetzung für eine erfolgreiche Adwords- oder Yahoo!-Kampagne.
Mario Schmidt über das Texten von Adwords-Anzeigen
Mario Schmidt, Geschäftsführer der Online-Marketing-Agentur Trismile GmbH
130 Zeichen verteilt auf vier Zeilen: SEM-Texte holen das Maximum aus der Devise „In der Kürze liegt die Würze“ heraus. Was gilt es dabei zu beachten, damit die Werbung ein Erfolg wird?
Mario Schmidt Anzeigentexte sind nur ein Teaser. Suchbegriff/Keyword und Anzeigentext und Informationen der Zielseite sollten als Einheit gesehen und aufeinander abgestimmt sein. Die Anzeige muss genau dieses Thema widerspiegeln und eine Lösung versprechen. Mit dem Keyword gibt der Nutzer der Suchmaschine sein Interesse an. Nutzer scannen die Suchergebnisseite nur für Sekunden. Der Text soll nicht mehr tun, als eine relevante Antwort versprechen und den Nutzer zur Website bringen. Die Zielseite, kombiniert mit einer einfachen Navigation bis zur Konversion, muss dieses Versprechen dann einlösen.
Gerhard Klügl über die Erstellung von Adwords Anzeigentexten
Gerhard Klügl, Geschäftsführer der Internet-Werbeagentur iconaro
130 Zeichen verteilt auf vier Zeilen: SEM-Texte holen das Maximum aus der Devise „In der Kürze liegt die Würze“ heraus. Was gilt es dabei zu beachten, damit die Werbung ein Erfolg wird?
Gerhard Klügl Da der verfügbare Platz für eine die anvisierte Zielgruppe ansprechende Textanzeige sehr gering ist, sollte man versuchen unnötige “Füllwörter” möglichst zu vermeiden. Jedoch sollte man nicht den Fehler begehen, Anzeigen nur als Auflistung relevanter Suchbegriffe zu verstehen. Eine Anzeige sollte sich möglichst genau auf ein Thema / Service / Produkt fokussieren. Auch mit SEM Textanzeigen sollte man versuchen, das AIDA-Prinzip (wenn auch in etwas abgewandelter Form) zu berücksichten, also: Aufmerksamkeit erzeugen, Interesse wecken, wenn möglich eine Aufforderung zum “Klick” anbieten.
Sven Gasser über die Kunst einer erfolgreichen Textanzeige
Sven Gasser ist ausgebildeter Informatiker und Mitinhaber der Delta Werbeagentur in Bochum. Er ist unter anderem für den Bereich Online-Marketing zuständig und entwickelt mit seinem Team zahlreiche Online-Werbe-Kampagnen für Kunden in ganz Deutschland.
130 Zeichen verteilt auf vier Zeilen: SEM-Texte holen das Maximum aus der Devise „In der Kürze liegt die Würze“ heraus. Was gilt es dabei zu beachten, damit die Werbung ein Erfolg wird?
Sven Gasser Zuallererst muss man zusehen, dass man sich von den restlichen Anzeigen abhebt. Eine besonders kreative oder provokante Überschrift ist da schon der erste Schritt. Außerdem werden die Schlüsselwörter generell fett angezeigt, was in einer Überschrift natürlich ein weiterer Blickfang ist. Direkt aufzufallen und mit seiner Anzeige Interesse zu wecken ist auch bitter nötig, da im Schnitt vom User nur 8-10 Anzeigen gelesen werden und sich die Zeitspanne der Aufmerksamkeit pro Anzeige häufig auf unter eine Sekunde beschränkt. Erst wenn man in dieser Sekunde dem User das Gefühl vermitteln kann die Lösung für sein Problem bereit zu halten, wird die restliche Formulierung der Anzeige entscheidend ob der vermeintliche Kunde tatsächlich Ihre Website aufruft. Also gliedert sich das konzipieren einer solchen Anzeige in mehren Schritten, die man dem Verhalten des Users bestmöglich angleichen muss. Nicht zu vergessen, dass die Anzeige möglichst auf die Hauptzielgruppe zugeschnitten sein sollte. Aber ich gebe zu, dass es sicher nicht einfach ist innerhalb von 130 Zeilen auf den Punkt zu kommen, wie ja schon die erste Antwort von mir eindrucksvoll zeigt.
Heiko Genzlinger zur dmexco
Heiko Genzlinger, Commercial Director Yahoo! Deutschland GmbH
Was waren für Sie die Highlights der Messe?
Heiko Genzlinger Zunächst war die internationale Atmosphäre der Messe sehr inspirierend, die sich auch in den Panels und Diskussionen widerspiegelte. Es fand eine ernsthafte Auseinandersetzung zu den entscheidenden Themen der Branche statt – und zwar weit über die nationalen Grenzen hinweg und an konkreten Fallbeispielen orientiert. Was die Bedeutung von Online-Werbung beispielsweise sehr schon unterstreicht, ist die Bekanntgabe des weltweit größten Werbetreibenden Procter&Gamble, dass er Online als Lead-Medium in der Markenkommunikation testet. Angekündigt wurde eine umfassende Online-Gattungsstudie, an der sich auch Yahoo! mit weiteren führenden Vermarktern beteiligen wird. Das große Interesse an diesem Thema zeigt für mich, dass sich der Paradigmenwechsel im Media-Mix zu Gunsten von Online immer deutlicher vollzieht.
Karsten Windfelder zu Affiliate Marketing
Karsten Windfelder ist Betreiber des Expertenportals 100partnerprogramme.de
Welche Bedeutung hat Affiliate-Marketing heute im gesamten Marketing-Mix?
Karsten Windfelder Gespräche mit Partnerprogrammbetreibern zeigen, dass mehr und mehr Werbetreibende den Affiliate-Kanal bewusst als weiteres Marketing-Standbein aufbauen. Durch die erfolgsabhängige Vergütung beim Affiliate-Marketing bleiben die Kosten überschaubar. Durch seine strikte Online-Ausrichtung hat Affiliate-Marketing inzwischen einen hohen Stellenwert neben dem Schalten von Anzeigen in Suchmaschinen.
Michael Hoffmann zu Trends im Online-Marketing
Michael Hoffmann, Geschäftsführer der Full-Service-Agentur kajomi GmbH
Was sind für Sie die Online-Marketing-Trends des Jahres 2010?
Michael Hoffmann E-Mail-Marketing wird noch weiter an Bedeutung gewinnen, weil es wie kein anderes Instrument Leads per Knopfdruck liefert.
Ein weiterer Trend ist die ganzheitliche Betrachtung von Marketingaktivitäten. Marketing-Manager müssen künftig noch genauer hinschauen und die Interaktion zwischen den verschiedenen Online-Kanälen und, in einem zweiten Schritt, zwischen Online- und Offline-Kanälen messen. Eine Frage wäre beispielsweise: Was passiert mit meinem SEM-Etat, wenn ich TV- oder E-Mail-Werbung schalte?